Autor Thema: Mt. 5,20 ff: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist....  (Gelesen 3943 mal)

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Offline pray

Mt. 5,20 ff: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist....
« am: 11.02.2012, 17:40:31 (MET) »
Die für mich sehr schwierigen Fragen stelle ich auch gern hier im Forum.

Es geht um den Text von Mt. 5,17-48.

Ich fasse den Inhalt mal mit eigenen Worten zusammen:

Lt. Mt.  5,1 spricht Jesus auf dem Berg zu seinen Jüngern, aber auch das Volk sollte seine Rede hören (Mt. 7,28).
Nach den Seligpreisungen kommt Jesus auf das Gesetz zu sprechen. Er sagt: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist, als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
Grundsätzlich könnte man nur erwidern, dass unsere Gerechtigkeit in Christus Jesus ja eine bessere ist, die gilt (z.B. Rö. 3,22). - und Punkt.

Warum aber führt Jesus dann noch mal verschärfende Dinge zu den Geboten hinzu? Für wen hat er das gesagt?

Ich würde es so verstehen, dass die bessere Gerechtigkeit der Pharisäer dann so erklärt wird:

 - Du sollst nicht töten, wird verschäft, dass es ein Töten ist, wenn ich meinem Bruder zürne und ihn gar Narr nenne(griech. Moros, sehr schlimmes 
    verurteilendes Wort).
 - Du sollst nicht ehebrechen wird verschärft, dass ein begehrliches Ansehen im Herzen schon Ehebruch ist.


Außerdem setzt Jesus die Bestimmungen des AT über Vergeltung (Verse 38-42) und über Feindesdenken (Verse 43-44) ganz außer Kraft. Das verstehe ich auch nicht. Wieso galt es damals so und heute anders?









Offline stefan

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Re: Mt. 5,20 ff: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist....
« Antwort #1 am: 11.02.2012, 22:50:27 (MET) »
Hi,

ich finde nicht, dass Jesus neue Gebote hinzufügt (Mt. 5, 18). Ganz im Gegenteil. Er unterstreicht die bisherige Gesetze nochmal (Mt. 5, 19). So wie ich es lese, haben die Schriftgelehrten zwar das richtige gelehrt, aber selbst nicht danach gelebt (Mt. 5, 20). Und deswegen betohnt Jesus die Gesetzte, insbesondere die Nächstenliebe so sehr. Dazu gibt er Beispiele und Gleichnisse, damit es jeder versteht. Gesagt hat er es aber nicht nur den Schriftgelehrten und den Pharisäern, sondern allen und ist auch gültig für jeden. Daran hat sich nichts geändert. Ich sehe es als einen Hinweiß, dass sich jeder an seinen Gebote halten soll.

Mt 5, 21-26
Gott vergibt uns unsere Schuld. Deswegen sollen wir auch anderen Menschen vergeben. Und so wie Gott uns liebt, sollen wir auch einander lieben. Deswegen begehen wir nicht nur einen Mord wenn wir jemanden töten, sondern bereits wenn wir auf jemanden zornig sind. Ich finde es schon erstaunlich, dass Jesus sogar sagt, wenn wir zum Altar gehen und Opfer bringen möchten (Also Gott die Ehre erweißen wollen), sollen wir lieber das Opfer liegen lassen und zusehen das wir uns mit demjenigen Versöhnen und erst dann wieder kommen. Es ist Jesus also wichtiger, dass wir einander friedlich miteinander in Nächstenliebe leben, als Gott Opfer zu bringen.

Ich denke, für uns Christen ist dieses Gebot eines der schwierigsten. Doch denke ich, sollten wir unbedingt stets danach streben.

Mt 5, 27-30
Verstehe ich so: Das Ehebrechen wird in dem Sinn nicht verschärft. Sondern Jesus wollte auch hier verdeutlichen, dass man sich nicht zur Sünde verleiten lassen sollte. Besonders unsere Sinne lassen sich ja gerne verleiten, wir sehen etwas schönes, und wollen es haben. Und das ist dann oft der Anfang einer großen Sünde. Deswegen verstehe ich Jesus hier so, wenn wir eine andere Frau begehren, haben wir im Herzen schon mit ihr gebrochen.
Wenn wir etwas sehen das uns zur Sünde verleitet oder uns zum Bösen hinführen will, dann sollen wir lieber unser Augen ausreisen und wegwerfen bevor wir uns damit abgeben und wir uns völlig verlieren.
Genauso dann auch mit der Hand, bevor etwas Böses machen, sollen wir lieber....

Es geht hier meiner Meinung nach nicht nur ums Ehebrechen, sondern darum gegen die Sünde anzukämpfen, bevor es überhaupt zum Ehebruch kommen kann.


Zum Vergelten und Feindesdenken. In 3. Mose 19, 16 steht: "Du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden und dich nicht hinstellen und das Leben deines nächsten fordern. Ich bin der Herr". Das gleiche sagt auch Jesus. Ich finde, wie oben schon geschrieben mit dem "Du sollst nicht Töten", gehört das hier zusammen. Den einen Feind zu lieben und für ihn zu beten, ist nicht immer leicht. Doch durch Gottes Gnade können wir trotzdem Frieden finden. Denn Gott liebt uns alle.

Lg,
Stefan


Offline pray

Re: Mt. 5,20 ff: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist....
« Antwort #2 am: 12.02.2012, 20:06:56 (MET) »
Lieber Stefan,
danke für deine Antwort und schön, dass hier jemand ins Forum dazugekommen ist (also du).

ich finde nicht, dass Jesus neue Gebote hinzufügt (Mt. 5, 18). Ganz im Gegenteil. Er unterstreicht die bisherige Gesetze nochmal (Mt. 5, 19) 

Das sehe ich auch so. Vielleicht kann man sagen, er erklärt die Gebote nochmal genauer.
Ein Jude sagte hier einmal, dass die vielen Zusatzvorschriften von den Juden gemacht wurden, damit klar wurde, wie man sich verhalten soll. Er führte das Sabbat-Beispiel an. Die Juden haben zum Sabbat etliche eigene Vorschriften "herausgebracht" - um  k l a r  zu machen,  w a s  alles unter den Begriff Arbeit fällt, damit jeder Jude weiß, was im Einzelnen erlaubt ist und was nicht. Diese Begründung fand ich übrigens sehr interessant.

z.B. haben die Hotels in Israel sogar eigene Sabbat-Aufzüge, bei denen man nicht den Knopf drücken muss, da es als Arbeit gilt. Diese Aufzüge halten am Sabbat in jeder Etage.

Vielleicht können wir es mit dem Ehebruch-Gebot auch so sehen. Jesus hat es nochmal ausgeführt. Oder gesagt, dass mir der Bruder, dem ich zürne und dem ich ein schlimmes Wort sage, für mich dann ja wohl schon im Herzen gestorben ist.



  So wie ich es lese, haben die Schriftgelehrten zwar das richtige gelehrt, aber selbst nicht danach gelebt (Mt. 5, 20). 

Ich habe nochmal den Text nachgelesen und dort steht: Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.

Aber wir wissen ja, dass das Gesetz als Zuchtmeister hin gekommen ist auf Christus (Gal. 3,24) und wenn jemand gegen nur ein einziges Gebot sündigt, der ist am ganzen Gesetz schuldig (Jak. 2,10) Alsso heißt das ja, dass kein Jude groß heißen kann im Himmelreich, weil keiner es schafft, zeitlebens alle Gebote korrekt zu halten - bis hin zu den Verfeinerungen von Jesus.


Ich sehe es als einen Hinweiß, dass sich jeder an seinen Gebote halten soll.   
Ich auch, aber selbst unter Christen hörst du da schnell die Meinung, dass die Gebote für Christen nicht gelten. So wie ich es verstanden habe, ist es nicht möglich durch Eigenleistungen die Gebote zu halten vor Gott gerecht zu sein, aber wenn man die Gebote richtig gebraucht, um Gott Freude zu machen und einen guten Lebenswandel vor der Welt zu führen, dann habe sie schon Bedeutung.

  Ich finde es schon erstaunlich, dass Jesus sogar sagt, wenn wir zum Altar gehen und Opfer bringen möchten (Also Gott die Ehre erweißen wollen), sollen wir lieber das Opfer liegen lassen und zusehen das wir uns mit demjenigen Versöhnen und erst dann wieder kommen. Es ist Jesus also wichtiger, dass wir einander friedlich miteinander in Nächstenliebe leben, als Gott Opfer zu bringen. 
Manche Christen nehmen nicht am Abendmahl teil, wenn eine Kleinigkeit zwischen Gott oder einem Mitmenschen und ihnen steht. Ich habe mir immer überlegt, wieso denn das Abendmahl als Opfer gesehen wird.
Du hast es schön erklärt mit dem Begriff "Ehre erweisen". Ich denke, das trifft es.



  Zum Vergelten und Feindesdenken. In 3. Mose 19, 16 steht: "Du sollst deinen Stammesgenossen nicht verleumden und dich nicht hinstellen und das Leben deines nächsten fordern. Ich bin der Herr". 

Ah, du hast eine Einheitsübersetzungs-Bibel.  Aber in der Mosestelle steht ja eben Stammesgenosse und nicht Feind.
Auge um Auge und Zahn um Zahn, soll als Schutzbestimmung gesehen werden, damit nicht jemand, den ein anderer den Zahn ausschlug gleich noch Schlimmeres zufügt. Das habe ich als Auslegung so gelesen.

Wo im NT der Verweis auf 3. Mose 19,18 steht, den Feind zu hassen - da habe ich eben Kap. 19 nun mal durchgelesen und nirgends steht es, dass Gott sagt, dass wir den Feind hassen sollen! Gut, wenn man nochmal nachsieht, da bin ich jetzt erleichtert, dass Gott das nicht gesagt hat. Vielleicht haben es die Pharisäer in ihren Vorschriften ja einfach zugefügt?! (Gebote von Menschen Tit. 1,14).

So, abschließend, ich glaube, wir meinen beide dasselbe...aber wie ich das in kurze Worte erklärend fassen kann, wenn man "auf der Straße mal danach gefragt wird, das weiß ich leider nicht.

Ach so, Auge ausreißen und Hand abhacken verstehe ich so, dass man das Auge oder die Hand dann nicht verwenden soll, um damit Sünde zu begehen...nicht nach etwas Schlechtem sehen oder greifen.







Offline Ted

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Re: Mt. 5,20 ff: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist....
« Antwort #3 am: 13.02.2012, 20:42:24 (MET) »
Zuerst einmal ein herzliches Willkommen an Stefan, schön dass Du Dich hier gleich rege einbringst!

Pray, Du schreibst
Zitat
Er sagt: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist, als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen.
Grundsätzlich könnte man nur erwidern, dass unsere Gerechtigkeit in Christus Jesus ja eine bessere ist, die gilt (z.B. Rö. 3,22). - und Punkt.
Die Pharisäer und Schriftgelehrten waren stolz darauf, dass sie das Gesetz bis auf's i-Tüpfelchen befolgten. Vermeintlich. Denn sie befolgten das Gesetz zwar dem Buchstaben nicht aber dem geistlichen Wesen nach, wie Jesus dann auch durch die folgenden Beispiele aufzeigt, wie Du ja schon teilweise aufgezählt hast:
Zitat
Warum aber führt Jesus dann noch mal verschärfende Dinge zu den Geboten hinzu? Für wen hat er das gesagt?

Ich würde es so verstehen, dass die bessere Gerechtigkeit der Pharisäer dann so erklärt wird:

 - Du sollst nicht töten, wird verschäft, dass es ein Töten ist, wenn ich meinem Bruder zürne und ihn gar Narr nenne(griech. Moros, sehr schlimmes 
    verurteilendes Wort).
 - Du sollst nicht ehebrechen wird verschärft, dass ein begehrliches Ansehen im Herzen schon Ehebruch ist.
Ich denke, damit ist auch Deine Frage nach dem Grund der "Verschärfung" beantwortet, wie ja auch Stefan schrieb:
Zitat
ich finde nicht, dass Jesus neue Gebote hinzufügt (Mt. 5, 18). Ganz im Gegenteil. Er unterstreicht die bisherige Gesetze nochmal

Hier stellt sich unweigerlich die Frage nach dem Sinn und Zweck des Gesetzes.

Sinn: Liebe
Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. (Römer 13,10)

Zweck: den Menschen ihre Sündhaftigkeit aufzuzeigen, ihre absolute Unfähigkeit, Gottes Massstäben gerecht werden zu können
Was soll dann das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es von Engeln verordnet durch die Hand eines Mittlers. (Galater 3,19)
So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. (Galater 3,24)

Die Liebe wird in 1. Kor 13 beschrieben und in der Bergpredigt praktisch aufgezeigt.
Daran sollte eigentlich jeder Mensch erkennen, wie unzulänglich er ist.

Wir wissen aber: was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde. (Römer 3,19-20)
 
Daher wird auch das Gesetz nicht aufgehoben, sondern es bleibt gültig, damit es die Sünder überführt.
Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. (Mt 5,17)
Für die aber, die Anteil an der Gerechtigkeit Christi haben, gilt
Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht. (Röm 10,4)

Generell muss also geschlussfolgert werden, dass die Gerechtigkeit Christi nicht nur besser ist, als die der Pharisäer, sondern vielmehr die einzige Gerechtigkeit, die vor Gott gilt:
Denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. (2. Kor 5,21)

Dies führt zu einem weiteren Gesichtspunkt:
Das in weiten christlichen Kreisen geforderte Halten des Gesetzes.
Manche meinen, "als Christen" müssten sie "erst recht" das Gesetz halten. Hier liegt offensichtlich ein Missverständnis vor. Bei seinen irdischen Lehrtätigkeiten sprach Jesus zu Juden, die unter dem Gesetz standen. Denen führte er in aller Deutlichkeit vor Augen, was sie zu tun haben, um gerecht zu sein! Wir aber, die wir unter der Gnade gegeben, ist KEIN Gesetz gegeben!
Wir wissen aber, daß das Gesetz gut ist, wenn es jemand recht gebraucht, weil er weiß, daß dem Gerechten kein Gesetz gegeben ist, sondern den Ungerechten und Ungehorsamen, den Gottlosen und Sündern, den Unheiligen und Ungeistlichen,... (1. Tim 1,8-9a)

Ich kenne schon die Einwände, die jetzt üblicherweise kommen: sind wir etwa Gesetzlose? Nein, das sind wir nicht. Wir leben unter dem Gesetz Christi, welches besagt, dass Seine Gerechtigkeit uns angerechnet wird.
Das ist das Gesetz Christi: Liebe. Wer liebt, hat das Gesetz erfüllt. Er hat geliebt bis zum Tod am Kreuz und damit das Gesetz für uns erfüllt. Weil wir dazu gar nicht in der Lage sind, wie die Bibel vielfach bekundet!
Nicht daß wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber; sondern daß wir tüchtig sind, ist von Gott, der uns auch tüchtig gemacht hat zu Dienern des neuen Bundes, nicht des Buchstabens, sondern des Geistes. Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. (2. Kor 3,5-6)

Das ist Gnade!

Manche meinen nun aber dennoch, man müsse der Gnade eigene Werke hinzutun, um "vollends" gerettet zu werden
Dem aber, der mit Werken umgeht, wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern aus Pflicht. Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, glaubt aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit. (Römer 4,4-5)
Das ist eine sehr verhängnisvolle Sache, wie Paulus klar sagt:
Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden laßt, so wird euch Christus nichts nützen. Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden läßt, daß er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist.
Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen.
(Galater 5,4, Hervorhebung von mir)

Wer also meint, dass er einzelne Punkte des Gesetzes erfüllen müsse, um die Rettung "komplett" zu machen, ist wieder unter dem Gesetz des Mose und nicht mehr unter dem Gesetz Christi.

Es ist verhängnisvoll, die eigene Gerechtigkeit, und sei es auch nur teilweise, auf etwas anderes zu gründen als die Gerechtigkeit, die Christus für uns erworben hat
Doch weil wir wissen, daß der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht (Galater 2,16; Hervorhebung von mir)

Genau das war das Problem der Pharisäer (und ist es auch heute noch für Viele!): sie meinten durch das Halten der Gesetze dem Buchstaben nach gerecht zu sein. Das ist Selbstgerechtigkeit und in Gottes Augen nichts anderes als Hochmut.
Denn der Buchstabe tötet, aber der Geist macht lebendig. (2. Kor 3,6b)

Es gibt nun also diese 2 Wege:
  • Sünde - Gesetz - Selbstgerechtigkeit - Gericht - Tod
  • Sünde - Gesetz - Sündenerkenntnis - Ergreifen der Gnade (Wiedergeburt) - Glaube - Leben
Dazwischen gibt es keinen Weg.
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline stefan

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Re: Mt. 5,20 ff: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist....
« Antwort #4 am: 20.02.2012, 09:40:30 (MET) »
Danke für die Begrüßung.

Ich möchte noch auf Ted's Beitrag eingehen.

Um Erlösung zu Erfahren nützt es tatsächlich wenig das Gesetz bzw. die Gebote Gottes zu befolgen. Erlösung/Rettung bekommen wir durch Glauben an Jesus Christus. Je mehr wir glauben und im Glauben leben, desto enger wird auch die Beziehung mit Jesus.

Die Gesetze sind aber nicht wertlos oder es soll nicht bedeuten, dass es egal ist, ob wir die Gebote befolgen oder nicht. Die Gesetze zeigen uns einen guten Weg für die Beziehungen zwischen den Menschen, Beziehung zu Gott und geben uns eine gute Richtlinie wie wir uns im Leben verhalten und Entscheiden sollen. Das Gesetz schützt uns auch vor Sünde. Deswegen ist es gut und sinnvoll die Gebote Gottes zu befolgen und darüber zu reden und diskutieren.

Hier ist die Gefahr das wir uns in den Geboten verlieren. Mir ging es schonmal so, euch vielleicht auch und den Phariseär vermutlich auch. Dadurch das wir streng die Gebote befolgen wollen und aufs strengste schauen wirklich alles einzuhalten, kann es passieren, das wir den Glauben am Jesus und die persönliche Beziehung zu ihn, schlicht vernachlässigen und vergessen. Das soll natürlich nicht passieren. Das erste Gebot lautet ja: "Ich bin Jahwe, dein Gott,...".

Und wir dürfen niemals vergessen, wie sehr uns Gott alle liebt. Und das auch wir selbst in Liebe sein sollen, und unsere Handlungen aus der Liebe kommen.

Ob wir alle Gebote einhalten können? Ich denke nicht. Aber auch wenn wir nicht alles schaffen können, sollten wir unser bestes tun. Deswegen haben wir keinen Freifahrtschein gegen die Gebote zu verstossen.
Ob wir als Christen "erst Recht" die Gebote Gottes einhalten müssen, würde ich folgend beantworten: Natürlich sollte ein Christ bestrebt sein, die Gebote einzuhalten. Er kennt die frohe Botschaft, er weiß was auf ihn zukommt. Wo ein Christ sich gerade befindet in seiner Glaubensentwicklung, ist eine ganz andere Geschichte. Sogesehen kann ein Christ auch "schlechteres" Verhalten an den Tag bringen wie ein nicht-christ. Dieser Christ weiß aber: Er kann mit der Sünde zu Gott kommen und um Gnade bitten und es auch bereuen. Ein Christ kennt die Gebote Gottes, er kennt somit den "Erfolgs-Weg" - den viele nicht-christen nicht kennen und mühsam hin und her schwimmen müssen auf dem Meer des Lebens - um irgendwann vielleicht den richtigen Weg zu finden. "Recht" auf Gott haben aber alle Menschen, ganz egal ob sie sich Christ nennen oder nicht. Gott macht hier keinen Unterschied. Wir sind alle seine Kinder.
Sämtlicher Hochmut, Selbstgerechtigkeit werden fallen, wenn wir erkennen wie klein wir doch vor Gott sind und das er der größte ist.

Und wie Ted auch schon sagt mit Galater 2, 16 durch Werke finden wir keine Erlösung. Genausowenig wenn wir uns Reichtümer anhäufen...


Liebe Grüße,
Stefan

Offline pray

Re: Mt. 5,20 ff: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist....
« Antwort #5 am: 20.02.2012, 20:43:35 (MET) »
Je mehr wir glauben und im Glauben leben, desto enger wird auch die Beziehung mit Jesus....Das Gesetz schützt uns auch vor Sünde. Deswegen ist es gut und sinnvoll die Gebote Gottes zu befolgen und darüber zu reden und diskutieren....und unsere Handlungen aus der Liebe kommen.... Aber auch wenn wir nicht alles schaffen können, sollten wir unser bestes tun.
... 

Ich finde deine Einstellung sehr schön.

  Wir sind alle seine Kinder. 

Entschuldige bitte, kleine Korrektur. Wir sind alle seine Geschöpfe. Das ist ein Unterschied, nämlich spätestens dann, wenn es um das Erbe Gottes geht (Gal. 3,29; Rö. 8,17) oder vielleicht auch um seine Verheißungen. Gottes Kinder sind die, die an Jesus Christus glauben. (Joh. 8,12; vgl. dagegen 5. Mose 32,5)

Offline pray

Re: Mt. 5,20 ff: Wenn eure Gerechtigkeit nicht besser ist....
« Antwort #6 am: 22.02.2012, 21:52:18 (MET) »
Gottes Kinder sind die, die an Jesus Christus glauben. (Joh. 8,12; vgl. dagegen 5. Mose 32,5)

Oh pardon, Joh. 1,12 war der Vers, den ich meinte.