Autor Thema: Die Sünde gegen den Heiligen Geist  (Gelesen 9972 mal)

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Offline pray

Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« am: 12.02.2012, 21:00:29 (MET) »
Im Chat meinte Ted, er hätte eine anderes Verständnis hierüber, als die gängige Meinung.

Nach vielem Hin und Her und Lesen bin ich der Meinung, die Sünde gegen den Heiligen Geist, ist diese, als die Pharisäer in Jesus bezichtigten, er heile den Besessenen, indem er den Teufel mit dem Beelzebub (Oberster der Teufel) austreibe. Denn dies ist ja im Zusammenhang damit geschrieben, was die Wörtchen darum und denn im Bibeltext deutlich machen.

Mt. 12,22-32:
Da wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, sodass der Stumme redete und sah.
Und alles Volk entsetzte sich und fragte: Ist dieser nicht Davids Sohn?  Aber als die Pharisäer das hörten, sprachen sie: Er treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebul, ihren Obersten. Jesus erkannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen. Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muss er mit sich selbst uneins sein; wie kann dann sein Reich bestehen?  Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.  Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt? Erst dann kann er sein Haus berauben. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.

Noch deutlicher wird derselbe Zusammenhang in Mk 3,28-30:
Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Menschenkindern vergeben, auch die Lästerungen, wie viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig. Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.



Offline Ted

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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #1 am: 13.02.2012, 21:32:46 (MET) »
Ich beginne mit einer Frage:
warum wird einerseits in der Bibel so viel und so klar geschrieben über die vergebbare Sünde, aber kaum (an ca. 3 Stellen) und auch nur andeutungsweise über diese verheerende Sünde, die niemals vergeben werden kann?

Wenn es doch Gottes erklärter Wille ist, dass allen Menschen geholfen werde, sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und dass ALLE Menschen gerettet werden, weil Er keinen Gefallen am Tod des Sünders hat, warum wird dann nicht ausführlich und unmissverständlich klargelegt, was diese endgültig verderbliche Sünde ist?

Meine Anwort: weil es nicht die Menschen, sondern den satan und sein Gefolge betrifft.

Pray, die von Dir zitierte Auslegung ist mir bekannt.
Alles hängt an der Kernaussage "Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt." (sehr wohl im Kontext betrachtet!)

Ich meine hierbei aber, dass die Pharisäer & Schriftgelehrten gegen Jesus geredet haben, als sie ihn der Dämonie bezichtigten. Begründung: die Pharisäer redeten "wider den Sohn des Menschen", sie beurteilten nur, was sie vor Augen hatten. Das ordne ich dem "denn sie wissen nicht, was sie tun" zu.

Ich weiss von vielen "Predigern", die ihre Kritiker mit genau diesem Sachverhalt einzuschüchtern suchen - wer etwas gegen sie sagen würde, der würde sich der "Sünde wider den Heiligen Geist" schuldig machen. Das zieht natürlich bei vielen, die die Bibel nicht kennen. Nun sind wir jedoch aufgefordert, die Geister zu prüfen. Welch ein Risiko wäre das aber, wenn wir dabei Gefahr laufen, falsch zu beurteilen und damit für ewig und unrettbar verloren zu sein!


Ein weiterer Hinweis in Hebräer:
Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am heiligen Geist und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen. (Hebräer 6,4)
Diese Stelle wird oft benutzt, um zu "beweisen", dass wiedergeborene Christen dennoch und dann aber endgültig verloren gehen können. Dies passt aber nicht zur Gesamtaussage der restlichen NT, wo immer wieder darauf hingewiesen wird, dass
  • a) das Heil EWIG ist und
  • b) für ALLE MENSCHEN bereit ist.
Ich meine also auch hier, dass das nicht gerichtet ist an
  • natürliche Menschen, die noch gar keinen Anteil am Heiligen Geist bekommen haben
oder gar
  • Kinder Gottes, denn diese sind versiegelt mit dem Heiligen Geist
Zurück zur o.g. Kernaussage: wenn man diese  genau betrachtet, fällt auf, dass da steht "Sohn des Menschen / Menschensohn" - das ist, was ich meine mit "gegen Jesus, nämlich was sie vor Augen hatten".
 Im Unterschied dazu: den Geist Gottes kann kein Mensch sehen, wir können allenfalls das Wirken des Heiligen Geistes wahrnehmen (so es uns gegeben ist!)
 Auf der anderen Seite: Satan und die mit ihm gefallenen Engel haben den Vater und den Sohn in ihrer wahren Gestalt (=Geist) gesehen, ja erlebt. Dass sie sich gegen die Gottheit (=Geist) aufgelehnt haben, das wird ihnen nach dem Zeugnis der Bibel nicht vergeben werden.

Und wiederum angesichts des Umstandes, dass dieser knappe Satz über die "Sünde gegen den Heiligen Geist" in der Bibel nur sehr spärlich vorkommt und an keiner Stelle deutlich erklärt wird, meine ich, dass dieser Satz also lediglich der Vollständigheit halber geschrieben steht, weil sonst satan zu recht darauf pochen könnte, "es steht aber geschrieben, dass ALLE Sünde vergeben wird"
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline pray

Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #2 am: 15.02.2012, 21:15:44 (MET) »
ch beginne mit einer Frage:
warum wird einerseits in der Bibel so viel und so klar geschrieben über die vergebbare Sünde, aber kaum (an ca. 3 Stellen) und auch nur andeutungsweise über diese verheerende Sünde, die niemals vergeben werden kann

Wie ich oben schrieb, sagte Jesus von der unvergebaren Sünde ja den Pharisäern....erstmal also den Juden!
Die Bibelverse, die in Hebräer über abgefallene Gläubige reden, sind ja an die Juden (Hebräer) gerichtet und zielen auf diese ab, die sich zunächst den Christen zugewandt haben und dann schließlich doch zurückgingen zum Judentum. Damit machten sie mit den ungläubigen Juden gemeinsame Sache und erkläreten den, den sie als Sohn Gottes anerkannten, zum Gotteslästerer. 

Sonst geht ja viel im NT an die Heidenchristen...für die Juden dürfte eine 3 malige Warnung in den Evangelien genügen. Außerdem hoffe ich doch, dass nicht so viele ins Judentum zurückgingen.


Wenn es doch Gottes erklärter Wille ist, dass allen Menschen geholfen werde, sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und dass ALLE Menschen gerettet werden, weil Er keinen Gefallen am Tod des Sünders hat, warum wird dann nicht ausführlich und unmissverständlich klargelegt, was diese endgültig verderbliche Sünde ist?
 

Wie ich zu Beginn schrieb, erklären die beiden Wörter "darum" und "denn"  doch den Zusammenhang gut. Aber ich weiß auch, wie schwer es mit einer festgefahrenen Meinung ist, nochmal neu zu lesen und zu überdenken.


  Meine Anwort: weil es nicht die Menschen, sondern den satan und sein Gefolge betrifft.

Mit deiner Meinung habe ich mich wirklich bemüht, den Text nochmal neu zu lesen und auch zu überdenken ....und habe keine Anknüpfung gefunden, warum Jesus den Pharisäern gesagt hat, dass der Teufel und die Dämonen keine Vergebung zu erwarten haben. Und weiter dazu siehe gleich....


Auf der anderen Seite: Satan und die mit ihm gefallenen Engel haben den Vater und den Sohn in ihrer wahren Gestalt (=Geist) gesehen, ja erlebt. Dass sie sich gegen die Gottheit (=Geist) aufgelehnt haben, das wird ihnen nach dem Zeugnis der Bibel nicht vergeben werden.
 

Ich wüsste nicht, dass auch Engeln der Kreuztod Jesu galt oder sie wie wir Kinder Gottes das ewige Leben dadurch bekommen können.
Die Belegstelle ist Hebr. 2,5.16: Denn nicht den Engeln hat er untertan gemacht die zukünftige Welt, von der wir reden.
Denn er nimmt sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an.



Die Sache mit dem Teufel ist auch an anderer Stelle abschließend geklärt, dass es da kein Zurück mehr für ihn gibt, sondern seine Verdammung ewig ist. z.B. in Jud. 6: Auch die Engel, die ihren himmlischen Rang nicht bewahrten, sondern ihre Behausung verließen, hat er für das Gericht des großen Tages festgehalten mit ewigen Banden in der Finsternis.






Offline Ted

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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #3 am: 15.02.2012, 21:52:10 (MET) »
Hallo Pray,

da sieht man wieder einmal, wie unterschiedlich die Denkweise der Menschen sein kann...

...
Du schreibst:
Zitat
Ich wüsste nicht, dass auch Engeln der Kreuztod Jesu galt oder sie wie wir Kinder Gottes das ewige Leben dadurch bekommen können.
Das habe ich auch an keiner Stelle gesagt, und schon gar nicht, in dem Deinem Kommentar vorausgehenden Zitat von mir. Ich kann mir nicht erklären, wie Du das dort hineinliest, habe ich dort doch genau das Gegenteil ausgesagt...
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Offline pray

Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #4 am: 15.02.2012, 22:23:14 (MET) »
Dann haben wir uns missverstanden. Du beziehst ja die unvergebbare Sünde auf den Teufel und seine (bösen) Engel. Und daraus habe ich geschlossen, dass auch Engel einer Vergebung bedürfen müssten.

Aber ist egal, wir können die unterschiedlichen Meinungen auch so stehen lassen. Brenzlig würde es nur, wenn einer die Auslegung hätte, dass Christen diese unvergebbare Sünde untergeschoben wird, wenn sie z.B. wissentlich sündigen .... es gibt ja diese Bangemache ... jemand begeht eine Sünde (die leider manchmal wirklich wissentlich unterläuft)  und verfällt in 1000 Ängste, dass Gott ihm nicht vergibt, obwohl er bereut.




Offline Ted

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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #5 am: 16.02.2012, 13:37:26 (MET) »
Zitat
Dann haben wir uns missverstanden. Du beziehst ja die unvergebbare Sünde auf den Teufel und seine (bösen) Engel. Und daraus habe ich geschlossen, dass auch Engel einer Vergebung bedürfen müssten.
So ist es. Um es nochmal klar zu schreiben: dem teufel und seinem Gefolge kann aufgrund meiner Argumentation nicht vergeben werden.

Zitat
Aber ist egal, wir können die unterschiedlichen Meinungen auch so stehen lassen.
Da wo Meinungen nach Austausch von wohlbegründeten Argumenten unterscheidlich bleiben, sehr wohl! Wenn jedoch Missverständnisse erkennbar sind, liegt mir daran, die auszuräumen (siehe hier)

Zitat
Brenzlig würde es nur, wenn einer die Auslegung hätte, dass Christen diese unvergebbare Sünde untergeschoben wird, wenn sie z.B. wissentlich sündigen .... es gibt ja diese Bangemache ... jemand begeht eine Sünde (die leider manchmal wirklich wissentlich unterläuft)  und verfällt in 1000 Ängste, dass Gott ihm nicht vergibt, obwohl er bereut.
Siehts Du, genau das war und ist der Grund dafür, dass ich in diesem Thema schreibe und wenn man meiner Argumentation oben aufmerksam gefolgt ist, kann man sehen, dass ich gerade auch diesen Aspekt einbezogen habe.

Es hat nämlich auch mit diesem zu tun:
Und wir haben gesehen und bezeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt. Wer nun bekennt, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, daß wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe. (1. Johannes 4,14-18)

Der teufel hat sehr wohl Interesse, Kinder Gottes mut- und kraftlos zu machen, sie einzuschüchtern. So verdreht er alles und klagt die Kinder Gottes zu unrecht an. Jesus Christus hat uns von der Knechtschaft der Sünde befreit, durch die Wiedergeburt zu neuem Leben durch Seinen Geist, mit dem wir versiegelt sind! für ewig! und nichts wird uns aus seiner Hand reissen! - und der teufel sagt wie immer
"sollte Gott wirklich gesagt haben?"

Gott will nicht, dass wir uns durch Lügenängste gefangennehmen, niederdrücken lassen! Gott will überhaupt nicht, dass wir uns fürchten! Im Gegenteil:
Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermals fürchten müßtet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! (Römer 8,15)


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Offline pray

Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #6 am: 18.02.2012, 00:02:46 (MET) »

Ein weiterer Hinweis in Hebräer:
Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am heiligen Geist und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen. (Hebräer 6,4)
Diese Stelle wird oft benutzt, um zu "beweisen", dass wiedergeborene Christen dennoch und dann aber endgültig verloren gehen können. Dies passt aber nicht zur Gesamtaussage der restlichen NT, wo immer wieder darauf hingewiesen wird, dass
  • a) das Heil EWIG ist und
  • b) für ALLE MENSCHEN bereit ist.
Ich meine also auch hier, dass das nicht gerichtet ist an
  • natürliche Menschen, die noch gar keinen Anteil am Heiligen Geist bekommen haben
oder gar
  • Kinder Gottes, denn diese sind versiegelt mit dem Heiligen Geist

Lieber Ted,

ich will es doch noch mal kurz anreißen, weil mir das so falsch vorkommt, aber vielleicht kannst du es mir doch erklären:  Wenn du sagst, hier, auch bei der Hebräer-Stelle, geht es um die abgefallenen Engel (Dämonen) , dann verstehe ich es so, dass der Sohn Gottes auch für sie  e i n m a l  gekreuzigt war???. Das hieße ja, dass den Dämonen zunächst mal vergeben war Sonst stünde in der Hebräer Stelle ja nicht  a b e r m a l s   kreuzigen.




Offline Ted

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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #7 am: 18.02.2012, 15:59:46 (MET) »
Hallo Heidi,

Zitat
Wenn du sagst, hier, auch bei der Hebräer-Stelle, geht es um die abgefallenen Engel (Dämonen) , dann verstehe ich es so, dass der Sohn Gottes auch für sie e i n m a l  gekreuzigt war???. Das hieße ja, dass den Dämonen zunächst mal vergeben war Sonst stünde in der Hebräer Stelle ja nicht  a b e r m a l s   kreuzigen.
Da hast Du mich falsch verstanden, bzw. den Kontext meiner obigen Ausführung nicht berücksichtigt. Ich bezog das nicht auf das Thema "Sünde wider den Heiligen Geist", sondern auf die
Zitat
vielen "Predigern", die ihre Kritiker mit genau diesem Sachverhalt einzuschüchtern suchen
Also: ich beziehe Hebräer 6,4 nicht auf den teufel und seine gefallenen Engel

Wir reden hier also von Menschen.  Wir reden hier aber auch nicht von der "Sünde gegen den Heiligen Geist", wie ich im folgenden ausführen möchte.

Zunächst einmal: wiewohl Heb 6,4 jedoch zum Ausdruck bringt, dass hier ein Fall vorliegt, wo Busse und damit Vergebung unmöglich ist, sollte man das nicht gleichsetzen mit der "Sünde gegen den Heiligen Geist", da hier nicht die Rede ist von einer unvergebbaren Sünde sondern von der Unmöglichkeit zur Busse, die ja die Voraussetzung für Sündenvergebung jeder Art ist.
Erläuterung: Ja, Gott kann Herzen verhärten, auch (unbekehrte!) Menschen können ihre Herzen verstocken, sodass kein Raum zur Busse (mehr) besteht und damit auch keine Sündenvergebung möglich ist. Davon spricht auch und gerade der Schreiber des Hebräerbriefs (Heb 3,7; Heb 4,7; siehe auch die Geschichte des Pharaos bei den 10 Plagen). Insofern hat dieser Sachverhalt zumindest vordergründig die gleiche Wirkung wie die Sünde gegen den Heiligen Geist. Doch auch hier würde ich wieder Differenzieren, aber das wäre wiederum ein weiteres Thema

Die besagte Stelle in Hebräer (wie noch einige mehr in diesem Brief) bezieht sich m.E. auf eine spezielle Personengruppe *), nämlich die, von der z.B. Johannes schreibt
Kinder, es ist die letzte Stunde! Und wie ihr gehört habt, daß der Antichrist kommt, so sind nun schon viele Antichristen gekommen; daran erkennen wir, daß es die letzte Stunde ist. Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns. Denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie ja bei uns geblieben; aber es sollte offenbar werden, daß sie nicht alle von uns sind. (1. Johannes 2,17-18)

Genau hierin sehe ich auch Notwendigkeit der Differenzierung in Hebräer 6,4:
...die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am heiligen Geist und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt und dann doch abgefallen sind...

Hier werden Personen beschrieben, die [zwar] erleuchtet worden sind, geschmeckt [aber nicht aufgenommen] haben das gute Wort Gottes, die Anteil am [aber nicht Erneuerung im] Heiligen Geist bekommen haben. Freilich, sie kennen das Wort, sie wissen um die Kräfte der zukünftigen Welt, aber...
- Hier steht nicht, dass diese Personen das Leben IN Christus haben durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist, den er über uns reichlich ausgegossen hat durch Jesus Christus, unsern Heiland, (Titus 3, 5b+6).

Das sind vielmehr die, die schliesslich abfallen ("der grosse Abfall" in Offb) und denen der Herr Jesus Christus einst bekennen wird "Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!" (Mt 7,23b)
Die Betonung liegt auf "noch nie gekannt". Diese Personen kommen nicht IN dem Namen, sondern UNTER dem Namen Christi.

Es kann sich also nicht um den Abfall von wiedergeborenen Christen handeln, denn diese wiederum sind IN Christus, und dort werden sie auch bleiben.

Nichts wird die Seinen aus Seiner Hand reissen und selbst die Mächte der Hölle werden die Gemeinde Christi nicht überwinden,
Denn es werden falsche Christusse und falsche Propheten aufstehen und, große Zeichen und Wunder tun, so daß sie, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführten. (Matthäus 24,24)


*) wir müssen im Auge behalten, an wen der Hebräerbrief geschrieben ist, aber das wäre m.E. ein anderes Thema. Nur so weit:
An der Argumentation und ausführlichen Erklärung des alten und des neuen Bundes ist erkennbar, dass die Zielgruppe Juden sind, denen man ausgehend von ihrem Kenntnisstand genauestens erklären muss, was es mit dem Evangelium auf sich hat. Gleichzeitig bietet dieser Brief auch eine äusserst wertvolle, präzise Argumentationsgrundlage für (möglicherweise auch unter dem Empfängerkreis "Hebräer" vorhandenen) Evangelisten, die zu Menschen reden, die das "Gesetz" (Thora, Alter Bund) bestens kennen (-> die "Schriftgelehrten"), aber das Evangelium nicht verstehen können!
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Offline Ted

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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #8 am: 20.02.2012, 00:05:12 (MET) »
Moderatorhinweis:
ab hier habe ich aus Gründen der Übersichtlichkeit den nachfolgenden Beitrag von Pray in das neue Thema "Kann ein Christ das Heil wiederum verlieren?" verschoben.
« Letzte Änderung: 20.02.2012, 00:14:26 (MET) von Ted »
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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #9 am: 06.05.2015, 14:10:18 (MEST) »
Liebe Leser,
wer weiß, dass die Pharisäer lehrten, dass bestimmte Krankheiten nur der Messias heilen könne und nun steht Jesus vor ihnen und heilte Kranke eben mit diesen Krankheiten, dann hätten sie sagen müssen: Das ist der Messias.
Anstatt sagten sie: Er treibt sie durch den Obersten der Dämonen aus.
Das war die Sünde wider den Heiligen Geist.

Offline Ted

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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #10 am: 07.05.2015, 03:18:54 (MEST) »
Ich kenne diese Sichtweise. Sie wird auch gerne von charismatischen Führern in Anspruch genommen um Kritiker gewisser "Geistwirkungen" oder Lehren mundtot zu machen.

Man überlege sich einmal folgendes:

Paulus war einer dieser Pharisäer (Apg 23,6, Phil 3,5), der die Gemeinde Christi unerbittlich verfolgte und an der Steinigung des Stephanus Freude hatte. Warum? Weil er, wie die anderen Pharisäer blind war und meinte damit Gott zu dienen, indem er diese vermeintlich widergöttliche (also teuflische) Bewegung zu zerstören suchte. Und damit kämpfte er vor allem gegen Jesus (Apg 26,14)

Da Paulus, wie auch die anderen Pharisäer "Eiferer für das Gesetz" waren, durchaus gottesfürchtig, mussten sie die vermeintliche Gotteslästerung der Jesusleute als Teufelswerk ansehen und dagegen vorgehen. Sie taten, was sie aus Unwissenheit meinten tun zu müssen, um Gott einen Gefallen zu tun (s. Joh 16,2).

Das Problem der Pharisäer und Schriftgelehrten war, dass sie, so sehr sie für das Gesetz eiferten, im Buchstaben gefangen waren und den Geist Gottes nicht erkennen konnten. Insofern hatte es auch das einfache Volk leichter, für Jesus offen zu sein (vgl Mt 11,25).

Was also die Pharisäer lästerten, auch an der von Dir, Bibelfundi, angeführten Stelle, das lästerten sie Jesus, dessen wahre geistliche Identität sie nicht erkennen konnten - ebensowenig wie Saulus/Paulus, der einer von ihnen war. Und da gilt entsprechend Lukas 12,10 / Markus 3,28, dass derartige Lästerungen [gegen Gott / den Sohn] vergebbar sind.

Ein Gedankenanstoss:
Wie schon zuvor Jesus, so bat auch Stephanus für seine Mörder, federführend die Schriftgelehrten und Pharisäer:
Er kniete aber nieder und schrie laut: Herr, behalte ihnen diese Sünde nicht! Und als er das gesagt, entschlief er. (Apg 7,60)

Stephanus sprach diese Bitte aus, als er voll des Heiligen Geistes war! (s. Apg 7,55).

Was ich also damit sagen will: Stephanus hätte, voll des Heiligen Geistes(!), mit Sicherheit nicht für seine Widersacher, zu denen massgeblich auch die Pharisäer gehörten, um Vergebung gebetet, wenn sie die unvergebbare Sünde wider den Heiligen Geist begangen hätten. Wie die anderen Pharisäer wusste auch Paulus zu dieser Zeit nicht, was er tat, sie waren einfach blind.

Paulus, einer dieser Lästerer aus den Pharisäern bekam die Gnade, die Wahrheit erkennen zu dürfen, und als er daraufhin Busse tat, wurde ihm vergeben.
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Bibelfundi

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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #11 am: 07.05.2015, 14:29:16 (MEST) »
Hallo Ted,
die Gedanken stammten nicht von mir, sondern von Fruchtenbaum.
Aber das NT selber sagt, dass das Volk nach einer Heilung sagte: Ist dieser nicht Davids Sohn? Und meinten damit., ob er nicht der Messias ist?
Der Blindgeborene sagte nach der Heilung zu den Pharisäern: Wenn er nicht von Gott wäre, könnte er nicht solche Dinge tun.

Ich bin weit entfernt davon, die Sünde gegen den Hl. Geist heute irgendjemand anzuhängen, denn niemand kann heute diese Sünde begehen, sondern es war nur die Sünde der Pharisäer, die gegen besseres Wissen leugneten.

Offline pray

Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #12 am: 22.05.2015, 21:41:06 (MEST) »
Ich bin weit entfernt davon, die Sünde gegen den Hl. Geist heute irgendjemand anzuhängen, denn niemand kann heute diese Sünde begehen, sondern es war nur die Sünde der Pharisäer, die gegen besseres Wissen leugneten.

Ich bin seit 2012, wo wir hier schon über das Thema geschrieben habe, bis heute auch zu keinem anderen Verständnis gekommen, als dass die Pharsäer gemeint sind, die die Wunder Jesu dem Teufel zuschrieben und schließe mich somit nochmal Bibelfundi an.

Und Paulus war zwar ein radikaler Pharisäer, aber er selbst sagt als Christ:
...der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. (1.Tim 1,13)

Bibelfundi

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Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #13 am: 23.05.2015, 14:06:14 (MEST) »
Hallo Pray,
Jesus sagt als Er Jerusalem sieht: Wie oft habe ich euch versammeln wollen.......und ihr habt nicht gewollt.
Sonst hätte Er gesagt: Aber ihr wart verstockt oder nicht auserwählt.
Und wenn es heisst: Gott verstockte das Herz von Pharao, dann deshalb, weil ER es im voraus wusste.

Es fällt auf, dass die Pharisäer gerade nach den Wundern, welche sie selbst dem Messias zuschrieben, ihn umbringen wollten.
Und als Er ein solches Wunder tat, hat sogar das Volk gefragt: Ist dieser nicht Davids Sohn? Gemeint ist der Messias, denn Jesus fragt die Pharisäer auch einml: Wer ist David Sihn? Antwort: Der Christus.
Also wussten alle, Pharisäer und Volk, dass nur der Messias gewissen Wunder tun konnte.
Diese waren:
Aussatz; Tote erwecken; Blind und stumm und besessen.

Offline pray

Re: Die Sünde gegen den Heiligen Geist
« Antwort #14 am: 23.05.2015, 18:42:39 (MEST) »
Liebe bibelfundi,

vielen herzlichen Dank, das hast du sehr gut erklärt und ich habe mir das nun als Randnotiz in meine Bibel geschrieben, dass die Pharisäer und das Volk, das ausrief: Ist dieser nicht Davids Sohn?! wussten...wissen müssten, dass Jesus der Messias war.

Und ausgerechnet rief das Volk das aus, also Jesus einen Besessenen heilte! (Mt. 12,12)

So passt es perfekt zusammen.