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Die Sünde gegen den Heiligen Geist

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pray:
Im Chat meinte Ted, er hätte eine anderes Verständnis hierüber, als die gängige Meinung.

Nach vielem Hin und Her und Lesen bin ich der Meinung, die Sünde gegen den Heiligen Geist, ist diese, als die Pharisäer in Jesus bezichtigten, er heile den Besessenen, indem er den Teufel mit dem Beelzebub (Oberster der Teufel) austreibe. Denn dies ist ja im Zusammenhang damit geschrieben, was die Wörtchen darum und denn im Bibeltext deutlich machen.

Mt. 12,22-32:
Da wurde ein Besessener zu Jesus gebracht, der war blind und stumm; und er heilte ihn, sodass der Stumme redete und sah.
Und alles Volk entsetzte sich und fragte: Ist dieser nicht Davids Sohn?  Aber als die Pharisäer das hörten, sprachen sie: Er treibt die bösen Geister nicht anders aus als durch Beelzebul, ihren Obersten. Jesus erkannte aber ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet; und jede Stadt oder jedes Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann nicht bestehen. Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so muss er mit sich selbst uneins sein; wie kann dann sein Reich bestehen?  Wenn ich aber die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber die bösen Geister durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen.  Oder wie kann jemand in das Haus eines Starken eindringen und ihm seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuvor den Starken fesselt? Erst dann kann er sein Haus berauben. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut. Darum sage ich euch: Alle Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben; aber die Lästerung gegen den Geist wird nicht vergeben. Und wer etwas redet gegen den Menschensohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet gegen den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt.

Noch deutlicher wird derselbe Zusammenhang in Mk 3,28-30:
Wahrlich, ich sage euch: Alle Sünden werden den Menschenkindern vergeben, auch die Lästerungen, wie viel sie auch lästern mögen; wer aber den Heiligen Geist lästert, der hat keine Vergebung in Ewigkeit, sondern ist ewiger Sünde schuldig. Denn sie sagten: Er hat einen unreinen Geist.


Ted:
Ich beginne mit einer Frage:
warum wird einerseits in der Bibel so viel und so klar geschrieben über die vergebbare Sünde, aber kaum (an ca. 3 Stellen) und auch nur andeutungsweise über diese verheerende Sünde, die niemals vergeben werden kann?

Wenn es doch Gottes erklärter Wille ist, dass allen Menschen geholfen werde, sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und dass ALLE Menschen gerettet werden, weil Er keinen Gefallen am Tod des Sünders hat, warum wird dann nicht ausführlich und unmissverständlich klargelegt, was diese endgültig verderbliche Sünde ist?

Meine Anwort: weil es nicht die Menschen, sondern den satan und sein Gefolge betrifft.

Pray, die von Dir zitierte Auslegung ist mir bekannt.
Alles hängt an der Kernaussage "Und wer etwas redet wider des Menschen Sohn, dem wird es vergeben; aber wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt." (sehr wohl im Kontext betrachtet!)

Ich meine hierbei aber, dass die Pharisäer & Schriftgelehrten gegen Jesus geredet haben, als sie ihn der Dämonie bezichtigten. Begründung: die Pharisäer redeten "wider den Sohn des Menschen", sie beurteilten nur, was sie vor Augen hatten. Das ordne ich dem "denn sie wissen nicht, was sie tun" zu.

Ich weiss von vielen "Predigern", die ihre Kritiker mit genau diesem Sachverhalt einzuschüchtern suchen - wer etwas gegen sie sagen würde, der würde sich der "Sünde wider den Heiligen Geist" schuldig machen. Das zieht natürlich bei vielen, die die Bibel nicht kennen. Nun sind wir jedoch aufgefordert, die Geister zu prüfen. Welch ein Risiko wäre das aber, wenn wir dabei Gefahr laufen, falsch zu beurteilen und damit für ewig und unrettbar verloren zu sein!


Ein weiterer Hinweis in Hebräer:
Denn es ist unmöglich, die, die einmal erleuchtet worden sind und geschmeckt haben die himmlische Gabe und Anteil bekommen haben am heiligen Geist und geschmeckt haben das gute Wort Gottes und die Kräfte der zukünftigen Welt und dann doch abgefallen sind, wieder zu erneuern zur Buße, da sie für sich selbst den Sohn Gottes abermals kreuzigen und zum Spott machen. (Hebräer 6,4)
Diese Stelle wird oft benutzt, um zu "beweisen", dass wiedergeborene Christen dennoch und dann aber endgültig verloren gehen können. Dies passt aber nicht zur Gesamtaussage der restlichen NT, wo immer wieder darauf hingewiesen wird, dass

* a) das Heil EWIG ist und
* b) für ALLE MENSCHEN bereit ist.Ich meine also auch hier, dass das nicht gerichtet ist an

* natürliche Menschen, die noch gar keinen Anteil am Heiligen Geist bekommen habenoder gar

* Kinder Gottes, denn diese sind versiegelt mit dem Heiligen GeistZurück zur o.g. Kernaussage: wenn man diese  genau betrachtet, fällt auf, dass da steht "Sohn des Menschen / Menschensohn" - das ist, was ich meine mit "gegen Jesus, nämlich was sie vor Augen hatten".
 Im Unterschied dazu: den Geist Gottes kann kein Mensch sehen, wir können allenfalls das Wirken des Heiligen Geistes wahrnehmen (so es uns gegeben ist!)
 Auf der anderen Seite: Satan und die mit ihm gefallenen Engel haben den Vater und den Sohn in ihrer wahren Gestalt (=Geist) gesehen, ja erlebt. Dass sie sich gegen die Gottheit (=Geist) aufgelehnt haben, das wird ihnen nach dem Zeugnis der Bibel nicht vergeben werden.

Und wiederum angesichts des Umstandes, dass dieser knappe Satz über die "Sünde gegen den Heiligen Geist" in der Bibel nur sehr spärlich vorkommt und an keiner Stelle deutlich erklärt wird, meine ich, dass dieser Satz also lediglich der Vollständigheit halber geschrieben steht, weil sonst satan zu recht darauf pochen könnte, "es steht aber geschrieben, dass ALLE Sünde vergeben wird"

pray:

--- Zitat von: Ted am 13.02.2012, 21:32:46 (CET) --- ch beginne mit einer Frage:
warum wird einerseits in der Bibel so viel und so klar geschrieben über die vergebbare Sünde, aber kaum (an ca. 3 Stellen) und auch nur andeutungsweise über diese verheerende Sünde, die niemals vergeben werden kann? 
--- Ende Zitat ---

Wie ich oben schrieb, sagte Jesus von der unvergebaren Sünde ja den Pharisäern....erstmal also den Juden!
Die Bibelverse, die in Hebräer über abgefallene Gläubige reden, sind ja an die Juden (Hebräer) gerichtet und zielen auf diese ab, die sich zunächst den Christen zugewandt haben und dann schließlich doch zurückgingen zum Judentum. Damit machten sie mit den ungläubigen Juden gemeinsame Sache und erkläreten den, den sie als Sohn Gottes anerkannten, zum Gotteslästerer. 

Sonst geht ja viel im NT an die Heidenchristen...für die Juden dürfte eine 3 malige Warnung in den Evangelien genügen. Außerdem hoffe ich doch, dass nicht so viele ins Judentum zurückgingen.



--- Zitat von: Ted am 13.02.2012, 21:32:46 (CET) --- Wenn es doch Gottes erklärter Wille ist, dass allen Menschen geholfen werde, sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und dass ALLE Menschen gerettet werden, weil Er keinen Gefallen am Tod des Sünders hat, warum wird dann nicht ausführlich und unmissverständlich klargelegt, was diese endgültig verderbliche Sünde ist?
 
--- Ende Zitat ---

Wie ich zu Beginn schrieb, erklären die beiden Wörter "darum" und "denn"  doch den Zusammenhang gut. Aber ich weiß auch, wie schwer es mit einer festgefahrenen Meinung ist, nochmal neu zu lesen und zu überdenken.



--- Zitat von: Ted am 13.02.2012, 21:32:46 (CET) ---  Meine Anwort: weil es nicht die Menschen, sondern den satan und sein Gefolge betrifft.
--- Ende Zitat ---

Mit deiner Meinung habe ich mich wirklich bemüht, den Text nochmal neu zu lesen und auch zu überdenken ....und habe keine Anknüpfung gefunden, warum Jesus den Pharisäern gesagt hat, dass der Teufel und die Dämonen keine Vergebung zu erwarten haben. Und weiter dazu siehe gleich....



--- Zitat von: Ted am 13.02.2012, 21:32:46 (CET) --- Auf der anderen Seite: Satan und die mit ihm gefallenen Engel haben den Vater und den Sohn in ihrer wahren Gestalt (=Geist) gesehen, ja erlebt. Dass sie sich gegen die Gottheit (=Geist) aufgelehnt haben, das wird ihnen nach dem Zeugnis der Bibel nicht vergeben werden.
 
--- Ende Zitat ---

Ich wüsste nicht, dass auch Engeln der Kreuztod Jesu galt oder sie wie wir Kinder Gottes das ewige Leben dadurch bekommen können.
Die Belegstelle ist Hebr. 2,5.16: Denn nicht den Engeln hat er untertan gemacht die zukünftige Welt, von der wir reden.
Denn er nimmt sich nicht der Engel an, sondern der Kinder Abrahams nimmt er sich an.


Die Sache mit dem Teufel ist auch an anderer Stelle abschließend geklärt, dass es da kein Zurück mehr für ihn gibt, sondern seine Verdammung ewig ist. z.B. in Jud. 6: Auch die Engel, die ihren himmlischen Rang nicht bewahrten, sondern ihre Behausung verließen, hat er für das Gericht des großen Tages festgehalten mit ewigen Banden in der Finsternis.





Ted:
Hallo Pray,

da sieht man wieder einmal, wie unterschiedlich die Denkweise der Menschen sein kann...

...
Du schreibst:

--- Zitat ---Ich wüsste nicht, dass auch Engeln der Kreuztod Jesu galt oder sie wie wir Kinder Gottes das ewige Leben dadurch bekommen können.
--- Ende Zitat ---
Das habe ich auch an keiner Stelle gesagt, und schon gar nicht, in dem Deinem Kommentar vorausgehenden Zitat von mir. Ich kann mir nicht erklären, wie Du das dort hineinliest, habe ich dort doch genau das Gegenteil ausgesagt...

pray:
Dann haben wir uns missverstanden. Du beziehst ja die unvergebbare Sünde auf den Teufel und seine (bösen) Engel. Und daraus habe ich geschlossen, dass auch Engel einer Vergebung bedürfen müssten.

Aber ist egal, wir können die unterschiedlichen Meinungen auch so stehen lassen. Brenzlig würde es nur, wenn einer die Auslegung hätte, dass Christen diese unvergebbare Sünde untergeschoben wird, wenn sie z.B. wissentlich sündigen .... es gibt ja diese Bangemache ... jemand begeht eine Sünde (die leider manchmal wirklich wissentlich unterläuft)  und verfällt in 1000 Ängste, dass Gott ihm nicht vergibt, obwohl er bereut.



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