Autor Thema: Wie die Bibel zu lesen ist  (Gelesen 13197 mal)

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Offline Ted

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Wie die Bibel zu lesen ist
« am: 01.06.2008, 14:53:38 (CEST) »
Ein Besucher schrieb heute folgendes ins Gästebuch:
Zitat
Hallo Ted,
für alle,die die Bibel recht dogmatisch betrachten, kann ich folgendes Buch empfehlen:

John Shelby Spong
"Sünden der heiligen Schrift: wie die Bibel zu lesen ist"

ISBN 978-3-491-72512-6

Spong, ehemaliger Bischof in New york, setzt sich für eine offene und progressive Christenheit ein und beschreibt,wie die "Heilige? Schrift" Textstellen enthält, die einer eher erschreckenden Theology entsprechen.
Gleichzeitig liefert Spong eine neue Vision, wie Christen die Bibel heute benutzen sollten.

Gruß, Franz

Hallo Franz, Deinen Gästebucheintrag möchte ich hier im Forum zur Diskussion stellen (das Gästebuch ist ja als Diskussionsplattform ungeeignet).

Im folgenden dazu meine Sichtweise:

Zunächst einmal zum Wort "dogmatisch" (griechisch/lateinisch, laut Wörterbuch Infothek Compakt):
1. sich stur an festgefügte Lehrmeinungen oder Ideologien haltend
2. Anspruch auf Verbindlichkeit erheben

Das ist tatsächlich meine Haltung zur Bibel als dem von Gott eingeben Wort an uns Menschen.

Den Anspruch auf Verbindlichkeit erhebt die Bibel selbst:
Denn alle Schrift, von Gott eingegeben, ist nütze zur Lehre, zur Zurechtweisung, zur Besserung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, daß der Mensch Gottes vollkommen sei, zu allem guten Werk geschickt. (2. Timotheus 3,16)

Das Wort Gottes, also das, was Gott spricht, in Frage zu stellen, ist so alt wie die Menschheit selbst. Es fing bei Eva an, die trotz unmittelbarem Hören von Gottes Wort auf die Worte des Teufels "sollte Gott wirklich gesagt haben..." (siehe 1. Mose 3,1) über die klare Aussage Gottes stellte. Das führte, wie nachzulesen ist, zur Trennung der Menschen von Gott. Manche bezeichnen das als die "Ursünde".

Im Umkehrschluss wird nun ein Mensch, der von Gott nicht länger getrennt ist, weil er durch Jesus Christus wieder mit Gott versöhnt ist, also dem Wort Gottes wieder glauben schenken.

Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast und daß du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus. (2. Timotheus 3,14+15)

Ja, wirkliche Christen wissen von wem sie gelernt haben: von Gott, aus der Heiligen Schrift. Und sie werden nach der o.g. Wortdefinition "sich stur an festgefügte Lehrmeinungen oder Ideologien [der Bibel] halten".
Christen ist gesagt:
Bemühe dich darum, dich vor Gott zu erweisen als einen rechtschaffenen und untadeligen Arbeiter, der das Wort der Wahrheit recht austeilt. (2. Timotheus 2,15)
Wenn du die Brüder dies lehrst, so wirst du ein guter Diener Christi Jesu sein, auferzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, bei der du immer geblieben bist. (1. Timotheus 4,6)

Hingegen ist der oben genannte Ex-Bischof John Shelby Spong einer, der Gottes Wort offenbar in Frage stellt(sein Buchtitel: "Sünden der Bibel..."?!?). Sollte Gott wirklich gesagt haben....

Dass über die Jahrhunderte seit Festlegung des biblischen Kanons (Kanon = Massstab) und der damit abgeschlossenen Volloffenbarung von Gottes Wort durch die 66 Bücher der Bibel immer wieder Verführer kommen werden, und das ganz besonders "in der letzten Zeit", steht ebenfalls geschrieben:
Der Geist aber sagt deutlich, daß in den letzten Zeiten einige von dem Glauben abfallen werden und verführerischen Geistern und teuflischen Lehren anhängen, verleitet durch Heuchelei der Lügenredner, die ein Brandmal in ihrem Gewissen haben. (1. Timotheus 4,1+2)

Welcher Geist steckt wohl hinter dem Ex-Bischof John Shelby Spong?
Den Christen ist ausdrücklich aufgetragen, Geister (Lehren, Propheten) zu prüfen
Ihr Lieben, glaubt nicht einem jeden Geist, sondern prüft die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viele falsche Propheten ausgegangen in die Welt. (1. Johannes 4,1)
und gegebenenfalls zu meiden
sie haben den Schein der Frömmigkeit, aber deren Kraft verleugnen sie; solche Menschen meide! (2. Timotheus 3,5)

Wie ist denn nun die Bibel zu lesen? Am besten unter Gebet, dass Gottes Geist unserem Geist die Wahrheit erschliessen möge. Ohne den Heiligen Geist, kann kein Mensch das Wort Gottes verstehen, denn
Der natürliche Mensch aber vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen; denn es muß geistlich beurteilt werden. (1. Korinther 2,14)

Daher kann ich mir tatsächlich vorstellen, dass ein solcher Mensch manche Inhalte der Bibel als "erschreckend" ansieht. Denn für mit Gott unversöhnte Menschen ("Sünder") haben nach der Schrift wahrhaft schreckliche Zukunftsaussichten. Für diese gilt: Schrecklich ist\'s, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. (Hebräer 10,1).
Doch das ist nicht Gottes Absicht für die Menschen, im Gegenteil:
Denn ich habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden, spricht Gott der HERR. Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben. (Hesekiel 18,32)
So sprich zu ihnen: So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben,... (Hesekiel 33,11)

Gott will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. (1. Timotheus 2,4)

Ja, darum geht\'s: die Erkenntnis der Wahrheit: das ist der Herr und Heiland Jesus Christus. Er ist die Wahrheit Gottes in Person (siehe Johannes 14, 6). Er allein ist die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, denn er hat den, der von keiner Sünde wußte, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt. (2. Korinther 5,21). Der Herr Jesus Christus ist der, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung,... (siehe 1. Korinther 1,20)

Das alles und noch viel mehr ist in der Bibel, und nur in der Bibel, zu finden! Komm und lies!

Der Herr Jesus segne Dich, lieber Franz!
Viele Grüsse
Ted

Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline evo

Re: Wie die Bibel zu lesen ist
« Antwort #1 am: 01.06.2008, 23:37:45 (CEST) »
Früher las ich das Alte und das Neue Testament wie einen Notar, jetzt lese ich sie wie einen Erbe!

Die Bibel soll man immer betend und mit dem Herzen lesen. Für mich gilt das Bibellesen schon ganz lange wie schatzgraben. Jedesmal ist was Neues zu entdecken. Ich fange jeden neuen Tag mit Bibellesen an und schließe jeden Tag mit Bibellesen ab. Wenn mir etwas nicht ganz klar ist, stehen mir via Internet viele Übersetzungen zur Verfügung (auch in anderen Sprachen). Als Niederländer verfüge ich ja über viele extra Möglichkeiten. Nicht jede Übersetzung ist eine gute Übersetzung. Manchmal geht durch das Übersetzen viel Aussagekraft verloren. Erfahrungsgemäß muss ich sagen, dass jede wichtige Aussage mindestens  zweimal in der Bibel zu finden sein muss. Auch soll man nie einelne Versen aus dem Kontext losreißen. Zu oft sind daraus Sekten entstanden.

Meine größte Freude ist Bibelsudien zu schreiben. Ich publiziere sie in drei Sprachen auf meinem Website: http://ernst.voorjezus.nl

Ich wünsche jedem viel Freude beim Bibellesen.

Ernst <><

Offline Roland

Praktische Hinweise zum e: Wie die Bibel zu lesen ist
« Antwort #2 am: 02.06.2008, 21:36:17 (CEST) »
Hallo Ernst,

ich finde Deine Ausführungen, wie die Bibel zu lesen ist, wirklich klasse. Ich möchte auch noch gerne etwas zu diesem Thema "beisteuern":

Praktische Hinweise zum Lesen der Bibel
[/size]

Täglich
Die Bibel ist kein "Sonntagsbuch" und keine Urlaubslektüre. Sie gehört ganz selbstverständlich zum täglichen Leben eines Christen. Viele machen täglich eine sogenannte "Stille Zeit" (meistens am Morgen). Das bedeutet, man liest in der Bibel, denkt über das Gelesene nach und betet. Die einen machen das jeden Tag 5 Minuten, andere auch eine halbe Stunde oder länger.

Bibeltexte
Es reicht nicht aus, wenn man nur ein paar einzelne Verse liest. Wer einen Vers aus einem Text herauslöst, kann nicht mehr die eigentliche Botschaft verstehen. Das ist so, wie wenn man bei einem langen Interview nur noch 2 Sätze in der Tagesschau hört. Das ergibt dann oft einen völlig anderen Sinn - und die Wahrheit wird dadurch verdreht.

Komplett
Auch wenn man nicht nur Verse, sondern längere Texte liest. Vieles wird man auch dann noch noch nicht richtig verstehen können. Weil auch diese Texte ja nur "herausgelöst" sind aus dem großen Ganzen. Denn das Evangelium, das sind nicht nur die 4 Bücher am Anfang des Neuen Testamentes, sondern die ganze Bibel von 1.Mose bis zur Offenbarung gehört dazu und es ist sehr wichtig, auch die ganze Bibel zu lesen. Wer immer nur seine Lieblingstexte liest und die unbequemen Stellen auslässt, der wird geistlich auf der Stelle treten und nichts Neues lernen können.

Gebet
Die Bibel ist kein Roman (auch wenn sie an vielen Stellen sehr spannend ist) und sie ist kein Märchenbuch, keine Sachbuch, kein Kochbuch und keine Zitatensammlung. Sie zeigt das Handeln des lebendigen Gottes, sie handelt davon wie Gott im Leben von Menschen wirkt, was er mit uns vorhat und nicht zuletzt, sie ist das Wort Gottes. Sie ist seine Bibel ! Er spricht Sie persönlich an. Das Gebet ist die Antwort darauf und wir sollten darum beten, daß wir sein Wort recht verstehen und in unserem Leben das Gelernte umsetzen können. Nur wenn Gott es schenkt, können wir sein Wort richtig verstehen.

Gehorsam
Nein, die Bibel ist kein Gesetzbuch. Man kann sie nicht aufschlagen und sagen : "das darfst du nicht und jenes darfst du nicht"
Ja, die Bibel enthält das (mosaische) Gesetz. Ja, sie enthält klare Anweisungen auch für uns Christen.
Aber die Bibel ist erheblich mehr. Und Ge-HOR-sam kommt auch von HÖREN. Viele machen den Fehler und versuchen krampfhaft, für ihre abstrusen religiösen Ideen Bibelstellen zu finden, um sie dann zu begründen. Wenn man das so macht, dann kann man alles mögliche begründen. Aber es wird dem Wort Gottes nicht gerecht.
Zuallererst muß das Hören stehen - was steht tatsächlich da. Dann erst kommt die Auslegung - was bedeutet das für mich ? Das einzige, was dann noch fehlt, ist der Gehorsam : Wenn ich nicht bereit bin, so zu handeln, wie Gott es will, brauche ich die Bibel gar nicht erst zu lesen.

Immer wieder neu!
Mit dem Lesen der Bibel ist man nie fertig. Wenn wir es wirklich ernst meinen, dann sollten wir die Bibel IMMER WIEDER GANZ durchlesen. Ich persönlich  bin der Meinung (und viele andere mit mir), einmal im Jahr durch die Bibel ist ohne großen täglichen Zeitaufwand zu schaffen und bringt uns wirklich weiter. Wenn ich das richtig mache, dann bin ich in 20 Jahren 20 mal durch die Bibel. Das ist sicherlich noch ein Weilchen hin :-) aber wenn es dann so weit ist, dann kenne ich die Bibel ! (Und ich muß ja nicht solange warten, ich lerne sie ja ab sofort immer besser kennen, nämlich wenn ich anfange mit dem Lesen der Bibel. Das ist kein Gesetz, aber durchaus empfehlenswert.

Quelle: Bibelportal

Shalom
Roland
« Letzte Änderung: 02.06.2008, 21:37:24 (CEST) von Roland_Odenwald »

Offline evo

Re: Wie die Bibel zu lesen ist
« Antwort #3 am: 03.06.2008, 00:08:47 (CEST) »
Sehr vielen Dank für die Zufügungen! Für mich kommt eigentlich noch dazu, dass meine Beziehung zu Jesus, eine "Liebesbeziehung" ist. So wird Gottes Wort, die Bibel, ein "Liebesbrief", der an mich geschrieben ist!! Wer lässt - wenn er richtig verliebt ist - ein Liebesbrief liegen und sagt: "wenn ich Zeit habe, dann gehe ich den mal lesen...." Da liiegt der große Unterschied!

Ernst <><

Offline Ted

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Re: Wie die Bibel zu lesen ist
« Antwort #4 am: 03.06.2008, 07:32:22 (CEST) »
Hallo Ernst,

erstmal willkommen hier im Forum!

Du hast mit wenigen Worten das wesentliche, wie auch ich es sehe, zusammengefasst:

die Bibel betend zu lesen als den Ausdruck der Liebe Gottes zu den Menschen. Wer die Bibel so liest, der wird Erkenntnisse daraus ziehen, die das bei weitem übersteigen, was der menschliche Verstand zu erfassen in der Lage ist.

Sicher, im AT gibt es Stellen, die so schrecklich sind, dass sich mein Verstand zunächst weigert, glauben zu können, dass Gott solches tut, z.B. die Landnahme unter Josua. Doch Gott hatte Seine guten Gründe dafür. Denn Er hat ein weit höheres Ziel mit den Menschen... das erschliesst sich sicher nicht auf den ersten Blick des oberflächlichen Bibellesens.

Ich habe gelernt, dass, wenn ich eine Stelle der Bibel nicht verstehe, ich das (betend!) erstmal auf die Seite lege und weiterlese. Irgendwann, früher oder später, bekomme ich die Antwort. So war es jedenfalls bisher immer. Ich muss nicht gleich alles auf einmal verstehen, es ist ein Lern- und Erziehungsvorgang, und jede Erkenntnis hat Seine, Gottes, Zeit.

Weiterhin sagst Du, Ernst, dass jeder wichtige Sachverhalt in der Bibel 2 oder mehr Mal ausgesagt wird. Das ist richtig. Gott selbst sagt ja, dass jede Sache auf mindestens 2 oder 3 Zeugen stehen muss (5. Mose 17,6 + 19,15; Matthäus 18,16; 1. Korinther 14,29; 2. Korinther 13,1). Und Seine eigenen Forderungen hält Gott offensichtlich ein. So hat Er Seine Worte in den Büchern der Bibel auch durch viele verschiedene Menschen unterschiedlichster Art und Herkunft niederschreiben lassen. Das ist ja gerade das verblüffende: alle sagen im Kern dasselbe aus. Im Laufe meines Bibellesens wurde mir der "rote Faden" immer deutlicher.

Ich erachte es schon allein wegen dieser Tatsache für unmöglich, dass all die Schriften der Bibel ein Produkt menschlichen Denkens seien. Wie sollten die alle sich denn abgesprochen haben? Nein, es spricht offenkundig EIN Geist aus der Bibel, zwar zu unterschiedlichen Zeiten durch unterschiedliche Menschen, aber erkennbar zu einem Sinn und Zweck: Gottes Heilsplan mit den Menschen vom Abfall des Menschen bis zur vollkommenen Wiederherstellung des urprünglichen Schöpfungsgedankens im Reich Gottes mit dem Herrn Jesus Christus als König.

Viele Grüsse
Ted
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline Ted

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Re: Wie die Bibel zu lesen ist
« Antwort #5 am: 03.06.2008, 09:24:22 (CEST) »
Hallo Roland,

ich freue mich, dass Du jetzt auch "in Erscheinung getreten" bist. Wir kennen uns ja schon etwas länger  :)



Aus Deiner Ausführung vom Bibelportal möchte ich den folgenden Punkt aufgreifen
Zitat
einmal im Jahr durch die Bibel ist ohne großen täglichen Zeitaufwand zu schaffen und bringt uns wirklich weiter. Wenn ich das richtig mache, dann bin ich in 20 Jahren 20 mal durch die Bibel.
und hier meine persönlichen Erfahrungen schildern:

Bei mir gab\'s Zeiten, da konnte ich die Bibel kaum weglegen, las stundenlang drin, studierte kreuz und quer all die Verweise. Es gab aber auch Zeiten, da habe ich mich nicht hingetraut, weil ich mir einen regelrechten Stress angeeignet hatte. Ich konnte nicht mehr einfach nur lesen, ich musste notieren, anstreichen, Verweise eintragen. Ich hab\'s mir sozusagen selbst verleidet. Vor allem, als ich meinte, mich zwingen zu müssen, die Bibel nun einmal von vorne nach hinten zu lesen. Als ich mich schliesslich durch das 3. und 4. Buch Mose förmlich durchgequält hatte, war\'s erstmal aus mit meiner Begeisterung. Glücklicherweise kannte ich damals schon die Psalmen, Propheten und das NT und so kehrte ich erstmal zurück zu den wohltuenden Briefen des Paulus. Und wenn ich platt war, flüchtete ich mich in die Psalmen. Das tu ich heute noch.

Ich denke, gewisse Bereiche des AT kann man als Mensch unseres Kulturkreises erst dann angehen, wenn man das NT bereits gut kennt (sonst kann man schon allein aufgrund unserer völlig anderen Prägung ohnehin kaum etwas verstehen). Es lohnt sich aber in jedem Fall, den zahlreichen Verweisen im NT auf das AT nachzugehen, denn hier werden schon sehr viele der Wunder in Gottes Wort deutlich. Das ist sehr lehrreich und spannend! So ist z.B. die Offenbarung des Johannes erst im Zusammenhang mit prophetischen Büchern des AT (insbesondere Daniel) tiefer zu verstehen. Und Andersrum.

Es sollte aber nicht sein, dass man die Freude am Bibellesen verliert, weil man meint sich durch die Geschlechtsregister, jüdischen Zeremonialgesetze und Schlachten des AT durchquälen zu müssen.
Wir sollen ja ...nicht achthaben auf die Fabeln und Geschlechtsregister, die kein Ende haben und eher Fragen aufbringen, als daß sie dem Ratschluß Gottes im Glauben dienen. (1. Timotheus 1,4)
Von törichten Fragen aber, von Geschlechtsregistern, von Zank und Streit über das Gesetz halte dich fern; denn sie sind unnütz und nichtig. (Titus 3,9)

Ich hoffe, man versteht mich nicht falsch: ich sage hiermit nicht, dass man das AT nicht lesen sollte! Ich sage das ganze nur vorsorglich für die, die möglicherweise nach ein paar Büchern Mose frustriert die Bibel weglegen, und meinen, das sei nichts für sie...

Das AT zu kennen ist gut. Das NT gut zu kennen ist besser. Ich sehe im NT die Erfüllung des AT. Was im AT als Schatten erkennbar ist, wird im NT zu einem hellen Licht. Zu dem hellen Licht des Evangeliums Jesu Christi.

Viele Grüsse
Ted
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Offline Ted

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Re: Wie die Bibel zu lesen ist
« Antwort #6 am: 03.06.2008, 16:11:26 (CEST) »
In einer Publikation von Roland (Die biblische Taufe) bin ich heute auf folgende Passage gestossen, die zu unserem Thema sehr gut passt.
- Roland, warum hast Du die nicht schon hier gepostet?  ;)


Exkurs: Prinzipien der Schriftauslegung
In den heutigen Kirchen und Glaubensgemeinschaften gibt es die unterschiedlichsten Auslegungen der Heiligen Schrift. Es kann aber nur eine göttliche Wahrheit in Betracht kommen. Wie können wir die wahre, göttliche Lehre mit Gewissheit erkennen und so vor menschlichen Irrtümern bewahrt bleiben?

Grundregeln:
- Die Heilige Schrift ist alleine maßgeblich.
Das bedeutet ohne menschliche Zusätze, wie z. B. die jüdischen „Aufsätze der Ältesten” (Matth. 15, 2); die "Apokryphen", die in manchen Bibeln zwischen dem Alten und Neuen Testament eingefügt sind; die unbiblischen "Kirchenväter-Lehren"; alle Papst-Dogmen usw.

Die Bibel bestätigt diese Regel an vielen Stellen:
„ Alle Worte Gottes sind durchläutert; er ist ein Schild denen, die auf ihn trauen. Tue nichts zu seinen Worten, dass er dich nicht strafe und werdest lügenhaft erfunden.” (Sprüche 30, 5.6)

„Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht. Wie wir jetzt gesagt haben, so sagen wir auch abermals: So jemand euch Evangelium predigt anders, denn das ihr empfangen habt, der sei verflucht.” (Galater 1, 8.9)

„ ......nicht über das hinaus, was geschrieben ist,....” (1. Korinther 4, 6)

„Sehet zu, dass euch niemand beraube (einfange) durch die Philosophie und lose Verführung (leeren Trug) nach der Menschen- lehre und nach der Welt Satzungen, und nicht nach Christo.” (Kolosser 2, 8)

„Denn solche falsche Apostel und trügliche Arbeiter verstellen sich zu Christi Aposteln. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich zum Engel des Lichtes. Darum ist es nicht ein Großes, wenn sich auch seine Diener verstellen als Prediger der Gerechtigkeit; welcher Ende sein wird nach ihren Werken.” (2.Korinther 11, 13-15)

„ Ich bezeuge allen, die da hören die Worte der Weissagung in diesem Buch: So jemand dazusetzt, so wird Gott zusetzen auf ihn die Plagen, die in diesem Buch geschrieben stehen (vgl. Offb. 16). Und so jemand davon tut von den Worten des Buchs dieser Weissagung, so wird Gott abtun sein Teil vom Holz des Lebens und von der heiligen Stadt, davon in diesem Buch geschrieben ist” (Offenbarung 22, 18.19)

- Die   g a n z e   Heilige Schrift muss beachtet werden.
Biblische Belegstellen sind z. B.:
„ So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.” (Johannes 8, 31.32)

„... lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe!” (Matth. 28, 20).

- Die Heilige Schrift ist ihr eigener Ausleger.
Die Heilige Schrift darf nicht nach Wunsch oder Menschenmeinung ausgelegt werden, sondern nur durch sich selbst! GOTT hat überall dort, wo ein Bibelwort nicht ohne weiteres verstanden wird, dafür gesorgt, dass dieses vorerst „dunkle Wort” mit Hilfe anderer Schriftstellen deutlich erklärt und hell erleuchtet wird. Nur dort, wo man so einen Bibeltext mit anderen Bibelstellen (Parallelstellen) auslegt, ist wahre Schriftauslegung vorhanden. Das bedeutet, dass immer der Textzusammenhang und darüber hinaus der Gesamtkonsens der Bibel zu beachten ist. Die Nichtbeachtung dieses Satzes hat zu zahlreichen unbiblischen Sonderlehren und verderblichen Sekten geführt. Querverweise sind von besonders hohem Stellenwert.

- Manche sich scheinbar widersprechende Aussagen der Bibel ergänzen sich durch ihre Komplementarität.

- Alle Wahrheit muss durch mindestens 2 oder 3 Schriftzeugnisse bestätigt werden.
GOTT hat dafür gesorgt, dass jede Lehre durch mindestens zwei oder drei Zeugnisse der Heiligen Schrift bestätigt und ergänzt wird.
Ähnlich wie in dem von Gott angeordneten Gerichtsverfahren Israels die Wahrheit nur durch „zweier oder dreier Zeugen Mund” festgestellt werden musste, niemals aber mit einem einzigen Zeugen über Leben oder Tod entschieden werden durfte (5. Mose 17, 6; Hebr. 10, 28), ebenso muss auch die göttliche Wahrheit, deren Annahme oder Verwerfung ebenfalls im Gericht Gottes über Leben oder Tod entscheidet, in gleicher Weise durch mindestens zwei oder drei Zeugnisse der Heiligen Schrift bestätigt werden.
Demnach ist jede Lehre, die sich nur auf einen einzigen Bibeltext gründet, der Gefahr des Irrtums unterworfen. So bezieht sich z. B. die katholische Kirche mit ihrer Behauptung, dass Petrus der „Fels der Kirche” sei, allein auf die Stelle in Matth. 16, 18. So geht schon aus dem Grundtext sowie aus dem Zusammenhang mit dem übrigen Kapitel deutlich hervor, dass mit dem "Fels der Gemeinde" nicht der Mensch Petrus, sondern nur dessen geistgewirktes „Felsenbekenntnis” gemeint sein kann: "Du bist CHRISTUS, des lebendigen GOTTES Sohn!" Übrigens wurde dies von den Kirchenvätern Ambrosius, Hilarius, Chrysostomus, Augustinus, Cyrill und den Vätern des Konzils zu Chalkedon 451 n.Chr., also bis ins 5. Jahrhundert, übereinstimmend gelehrt. Darüber hinaus beweisen aber schon viele andere Bibelstellen (Röm. 9, 33; 10, 9-11; 1. Kor. 3, 11; 10, 4; Eph. 2, 19.20), ja, lehrt sogar der Apostel Petrus selbst in 1. Petr. 2, 3-8, dass nicht er, sondern allein Jesus Christus der ewige Felsengrund und Eckstein der wahren Gemeinde ist. Dieses Beispiel lehrt und bestätigt somit, dass wir zur Erkenntnis der Wahrheit nicht nur eine einzige Bibelstelle, sondern mindestens zwei oder drei in GOTTES Wort für jede Lehre vorgesehene Schriftstellen heranziehen müssen. Zusammengefasst bedeutet dies, dass eine Lehre nicht aus einem Satz oder nur einem Vers abgeleitet werden sollte. Zentrale Aussagen werden in verschiedenen Zusammenhängen wiederholt oder mit anderen Worten formuliert.
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline evo

Re: Wie die Bibel zu lesen ist
« Antwort #7 am: 03.06.2008, 20:56:43 (CEST) »
Hallo Ted,
Sehr vielen Dank für die Ausführliche Antwort. Mit den Schlachten im AT, machen es sich leider viele schwer. Wo fing Jesus an, als er mit den Emmausjüngern sprach? Er fing an bei Mose!! Und was sagte Gott beim Dornbusch? ".......und ich bin HERNIEDERGEFAHREN, dass ich sie errette....". Gottes Liebe im AT ist nicht anders als im NT. In Jesus ist Gott erneut "herniedergefahren", dieses Mal, um die ganze Welt zu erretten. Man kann sich nur orientieren auf die Schlachten, oder auf dem, was dahinter steckt, das große Ziel Gottes!! Das Volk der Israeliten musste ja leiblich und geistlich geschützt werden. Gott hatte keine Freude an diese Schlachten! Er hatte auch keine Freude daran, als die Armee des Faraos ertrank! Wir leben in einer Welt mit nur einem Ziel des Widersachers: Die Rettung Gottes verhindern!! Es hat sich bis heute NICHTS daran geändert. Alles wird sich zuletzt konzentrieren auf dem Besitz Jerusalems. Das war schon unter Esra und Nehemia so, und das wird sich bis zum letzten Tag nicht ändern. Wer das nicht sieht, muss zum Augenarzt. Unsere Rettung ist der rote Faden vom Anfang der Bibel bis zur letzte Seite. Wir sind immer noch dabei, das Buch der Apostelgeschichte weiter zu schreiben, wir stecken noch mitten drin! Jeder ist einbestogen! Die biblische Geschichte ist noch nich am Ende, aber Nah!
Ernst <><