Autor Thema: Was sollen wir über Ruth Lapide denken?  (Gelesen 12067 mal)

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Offline pray

Was sollen wir über Ruth Lapide denken?
« am: 14.09.2012, 20:18:59 (MEST) »
Hallo,
ich habe leider kein Bibel-TV aber weiß von Ruth Lapide vom Hörensagen. Sie ist jüdische Bibelforscherin und verneint natürlich Jesus als Messias.
Meine Mutter und andere Christen sind oft sehr von ihrem Wissen beeindruckt.

Hut ab vor jedem Juden, der den Gott Israels gefallen möchte, aber wie müssen wir Frau Lapide sehen? Als wertvolle Bereicherung des alttestamentarischen Wissens oder dass ihr vom Bibel-TV Raum für eine gefährliche Irrlehre gegen Jesus als Sohn und Messias Gottes gegeben wird.
Ist da womöglich ein widergöttlicher Geist am Wirken *möchte ich gar nicht so glauben und sehen*

Ich habe ein bisschen nachgedacht, wie Jesus den Juden damals begegnet ist....den Pharisäern, ja...streng und bestimmt, er nannte sie sogar Otterbrut und solche, die anderen den Weg in den Himmel versperren....aber war er nicht auch anders zu den Juden, die es ehrlich meinten....?
Würde er heute diesen versuchen, den Mund zu stopfen?
Ich weiß es jetzt grad nicht.




Offline Ted

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Re: Was sollen wir über Ruth Lapide denken?
« Antwort #1 am: 17.09.2012, 10:53:16 (MEST) »
Ich kenne diese Ruth Lapide nicht. Bei Deinen ersten Zeilen kam mir aber sofort die Bibelstelle in den Kopf
Daran sollt ihr den Geist Gottes erkennen: Ein jeder Geist, der bekennt, daß Jesus Christus in das Fleisch gekommen ist, der ist von Gott; und ein jeder Geist, der Jesus nicht bekennt, der ist nicht von Gott. Und das ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, daß er kommen werde, und er ist jetzt schon in der Welt. (1. Johannes 4,2-3, Hervorhebung von mir)

Wichtig ist die Formulierung "in das Fleisch gekommen", denn das kennzeichnet den Messias Gottes.

Es ist nicht von Bedeutung, welches [Bibel]Wissen ein Mensch im Kopf, sondern welcher Geist in seinem Herzen wohnt. Nach dem obigen Bibelvers ist das in dieser Sache der Geist des Antichristen.

Diese Ruth Lapide ist, wie Du schreibst, eine sehr gelehrte jüdische Frau, die Gott fürchtet, aber den im Fleisch gekommenen Gott Israels Jesus Christus nicht erkannt hat. Damit liegt sie auf einer Linie mit den "Pharisäern und Schriftgelehrten".

Der Mensch ist natürlich schnell dabei, vermeintliches Wissen zu bewundern (bedenke: der Welt Weisheit ist Torheit vor Gott), und das hat Jesus mehrfach klargemacht, ganz besonders hier:
Zu der Stunde freute sich Jesus im heiligen Geist und sprach: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du dies den Weisen und Klugen verborgen hast und hast es den Unmündigen offenbart. Ja, Vater, so hat es dir wohlgefallen. (Lukas 10,21, Hervorhebung von mir)

Es gibt freilich auch [AT-]gelehrte Menschen, die in Christus wiedergeboren sind. Im Bereich AT/hebräisch wäre das z.B. Roger Libi. Da wird dann das für sich genommen leblose Sprachenwissen unter Leitung durch den Heiligen Geist lebendig. Da wirkt dann Gott durch Sein Wort. Die Christen sind also nicht angewiesen auf tote wissenschaftliche Interpretation der biblischen Ursprachen [--> Bibelkritik, liberale Theologie]. Alles was nicht von Gott kommt, hat keinen Wert für die Ewigkeit.

Da traten seine Jünger zu ihm und fragten: Weißt du auch, daß die Pharisäer an dem Wort Anstoß nahmen, als sie es hörten? Aber er antwortete und sprach: Alle Pflanzen, die mein himmlischer Vater nicht gepflanzt hat, die werden ausgerissen. Laßt sie, sie sind blinde Blindenführer! Wenn aber ein Blinder den andern führt, so fallen sie beide in die Grube. (Matthäus 15,12-14, Hervorhebung von mir)

Dass solche Menschen in einem "christlichen" Sender zu Wort kommen dürfen, zeigt einmal mehr, wie weit die grosse Verführung (siehe 2. Thessalonicher 2) schon vorangeschritten ist. Der Geist des Antichristen. Bibel TV ist bekanntermassen ein Sprachrohr der Ökumene, da gibt's hier im Forum einen eigenen Thread.
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline pray

Re: Was sollen wir über Ruth Lapide denken?
« Antwort #2 am: 18.09.2012, 19:13:32 (MEST) »
Lieber Ted,

ich dachte auch so in diese Richtung, aber in mir wehrt es sich irgendwie, die Juden mit dem antichristlichen Geist in Verbindung zu bringen.
Für mich verbindet sich mit Antichrist irgendwie gleich das Wort Teufel, das Tier, falscher Prophet.

Hast du dir mal Gedanken gemacht oder drüber gelesen, was überhaupt ein "Antichrist" ist? Ich gucke nachher mal, ob ich für das Wort eine Übersetzung finde.

heidi

PS: Du erlaubst ja sicher, dass ich dich mit der Antwort oben in dem anderen kleinen Forum zitiere, oder?  Machmal fahre ich "2-gleisig" in diesen 2 ruhigen Foren, wenn ich was schnell und sicher wissen will.







Offline pray

Re: Was sollen wir über Ruth Lapide denken?
« Antwort #3 am: 18.09.2012, 19:39:26 (MEST) »
Ich habe es schon selber gefunden:

Das Wort heißt in griechisch "antichristos" und bedeutet Antichrist, Widerchrist; von anti, gegen oder anstelle von und christos, der Gesalbte, Christus.
Es kann Ersatz oder Gegnerschaft bedeuten.
Der Ausdruck antichristos kommt nur in den Briefen des Johannes vor (1. Joh. 2,18,22; 4,3, 2. Joh 7)

Paulus nennt in 2 Thes. 2,2.3.8 dieselbe Person den Mann der Gesetzlosigkeit, den Sohn des Verderbens, den Gesetzlosen mit dem griechischen Wort anamos. Er ist in 2. Thess. 2,4 der, der sich widersetzt (antikeimenos) und nicht derjenige, der Christus ersetzt. Er wird die Erfüllung von Gottes Wort an sich selbst zusichern und versuchen, seinen eigenen Thron damit zu festigen.

Also hat das nichts mit dem Teufel direkt zu tun und ist einfach eine gegenläufige Ansicht oder sonst ein falscher Ersatz. Stimmt`s?


Ted, wusstest du das? Gehört das zu den Basics?

Offline Ted

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Re: Was sollen wir über Ruth Lapide denken?
« Antwort #4 am: 19.09.2012, 10:59:09 (MEST) »
Ja das ist richtig, das griechische Wort 'Anti' wird im Sinne von, 'anstelle von', also 'Ersatzchristus' gebraucht.

Das wird sich im Verhalten des personifizierten Antichristus äussern: er wird sich in den Tempel Gottes setzen und anbeten lassen.
Laßt euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muß der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. [Matt 24,23; 1.Tim 4,1; 1.Joh 2,18] Er ist der Widersacher [satan!], der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so daß er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott [Ersatz-Gott, "anstelle von", siehe auch Daniel 11,36] Erinnert ihr euch nicht daran, daß ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war? Und ihr wißt, was ihn noch aufhält [der Heilige Geist, der in den Christen wohnt], bis er offenbart wird zu seiner Zeit [70. Jahrwoche nach Daniel, Herrschaft des Antichristen, "grosse Trübsal"]. (2. Thessalonicher 2,3-6; Hervorhebungen und Anmerkungen in [ ] von mir)

Der Antichrist hat also sehr wohl mit satan zu tun. Er ist nichts geringeres als der Sohn satans, gewissermassen der im Fleisch gekommene satan. So wie Jesus der im Fleisch gekommene Sohn Gottes ist, so wird der Antichrist der personifizierte satan sein.
Denn es regt sich schon das Geheimnis der Bosheit [antichristliche Verführung, siehe u.a. 1. Timotheus 4,1, 1. Joh 2,18; "Wehen"]; nur muß der, der es jetzt noch aufhält, weggetan werden [der Heilige Geist, der in den Christen wohnt --> Entrückung der Gemeinde], und dann wird der Böse [Antichrist] offenbart werden. Ihn wird der Herr Jesus umbringen mit dem Hauch seines Mundes und wird ihm ein Ende machen durch seine Erscheinung, wenn er kommt [--> die sichtbare Wiederkunft Christi nach der 7-jährigen Herrschafft des Antichristen am Ende der "grossen Trübsal"]. Der Böse aber wird in der Macht des Satans auftreten mit großer Kraft und lügenhaften Zeichen und Wundern und mit jeglicher Verführung zur Ungerechtigkeit bei denen, die verloren werden, weil sie die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen haben, daß sie gerettet würden. (2. Thessalonischer 2,7-10, Hervorhebungen und Anmerkungen in [ ] von mir)

Was nun das Volk Israel anbelangt:
Zitat Heidi:
Zitat
aber in mir wehrt es sich irgendwie, die Juden mit dem antichristlichen Geist in Verbindung zu bringen.

Dabei hat der Herr Jesus Christus gerade den Pharisäern und Schriftgelehrten dieses Volkes klar und deutlich gesagt:
Warum versteht ihr denn meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge. (Johannes 8, 43-44, Hervorhebung von mir)

Hier regt sich also bereits das oben zitierte "Geheimnis der Bosheit", hier beginnt bereits die antichristliche Verführung im Sinne von "anstelle von".
  • der himmlische Vater hat den einen Sohn auf die Erde gesandt hat und dadurch viele zu Kindern Gottes gemacht
  • der gefallene Engel des Lichts, Luzifer (satan), hat bereits viele Kinder und kommt schliesslich personifiziert in seinem einen "Sohn" auf diese Erde
Ein ähnlicher Sachverhalt, jedoch in umgekehrter Reihenfolge. Jeder natürliche Mensch gehört von Geburt an nicht zu Gott, sondern zum Feind Gottes. Aus den oben zitierten Bibelversen lässt sich ableiten, dass erst das (an)erkennen der Wahrheit (=Jesus Christus) aus der Vorherrschaft satan's befreit.

Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, daß er die Werke des Teufels zerstöre. (1. Johannes 3,8)
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline pray

Re: Was sollen wir über Ruth Lapide denken?
« Antwort #5 am: 20.09.2012, 21:20:35 (MEST) »
Danke für die Korrektur - ich hatte es tags drauf auch noch gesehen, dass im Thessalonicherbrief vom Antichristen einige Verse weiter dann ein Bezug zur satanischen Macht gegeben wird.

In der Thessalonicherstelle steht aber für dieses Antichrist ein ganz anderes griechisches Wort, als das mit der Bedeutung "falscher Ersatz oder  andere Meinung". Ich habe die Bedeutung noch nicht nachgesehen und  mir vorgenommen, demnächst mal die ganzen Verse jetzt auch zum Antichristen und herausragendsten Worte mit dem griechischen Sprachschlüssel in meiner Elberfelder Bibel anzusehen.

Dass du sagst, dass der Antichrist der Sohn des Teufels ist; im Gegenzug zum Sohn Gottes, - darauf wäre ich nicht gekommen, hm, ja, klingt aber plausibel.

Was sagst du denn zu einigen geläufigen Meinungen, dass der Antichrist schon da war? Es gab ja so einige Könige früher, die ließen sich als Gott verehren und wüteten wie der Teufel. Meinst du, dass das "was den Antichristen noch aufhält" der Heilige Geist ist in den Leuten damals und hier und heute auch? Deine Meinung würde ich gern hören, wenn du es noch untermauern könntest, umso besser. Also, nur wenn du magst...und Zeit hast...klar.

Danke!


Offline Ted

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Re: Was sollen wir über Ruth Lapide denken?
« Antwort #6 am: 21.09.2012, 00:24:00 (MEST) »
Zitat
Was sagst du denn zu einigen geläufigen Meinungen, dass der Antichrist schon da war? Es gab ja so einige Könige früher, die ließen sich als Gott verehren und wüteten wie der Teufel. Meinst du, dass das "was den Antichristen noch aufhält" der Heilige Geist ist in den Leuten damals und hier und heute auch? Deine Meinung würde ich gern hören, wenn du es noch untermauern könntest, umso besser. Also, nur wenn du magst...und Zeit hast...klar.
Der Antichrist ist noch nicht aufgetreten, wie es die oben von mir zitierten Bibelstellen aus 2. Thess 2, 7-10 besagen. Daher kann es weder Nero (dem aufgrund seines Namens die Zahl 666 zugeordnet werden kann) noch sonst ein bisheriger Regent. Damit schliesse ich aber nicht aus, dass der Antichtrist bereits da ist, aber jedenfalls ist er bis dato noch nicht OFFENBAR geworden.

Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, daß ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken laßt - weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen -, als sei der Tag des Herrn schon da. Laßt euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muß der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens [der Antichrist]. (2. Thessalonicher 2,1-3, Hervorhebungen und Kommentare in [ ] von mir)

Der Abfall zeichnet sich seit Jahrhunderten ab, ist schon da.
Das eindeutige Kennzeichen für das Offenbarwerden des Antichristen in Person wird die Wegnahme (Entrückung) der Gemeinde Christi sein.

Ja, Pray, das was das Auftreten des personifizierten Antichristen noch aufhält, ist der Geist Gottes, der in der Gemeinde wohnt. Auch das habe ich oben schon versucht darzustellen (in jeweils eckigen Klammern hinter den Bibelversen).
Daher nochmal: bevor der personifizierte Antichrist auftritt, ist die Gemeinde weg. Ich will auch nochmal betonen, dass zu unterscheiden ist zwischen der PERSON des Antichristen und der antichristlichen ENTWICKLUNG (wie Paulus schon vor fast 2000 Jahren schrieb: 'das Geheimnis der Bosheit regt sich schon jetzt') über die vielen Jahrhunderte.
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Offline pray

Re: Was sollen wir über Ruth Lapide denken?
« Antwort #7 am: 22.09.2012, 11:21:05 (MEST) »
   bevor der personifizierte Antichrist auftritt, ist die Gemeinde weg.

Aber das widerspricht doch dann der Bibel. Die Thessalonicher sorgten sich, dass sie die Wiederkunft Jesu, bei der er seine Gläubigen sammeln wird, verpasst haben. Darauf sagte ja Paulus, dass zunächst der Abfall (vom Glauben, griech. Wort meint hier sinnngemäß eine "Meinungsänderung") kommen muss und der Antichrist  o f f e n b a r t wird. (Leider ist dieses Wort in meiner Sprachschlüsselbibel nicht näher erläutert)

Wie kann das denn der Gemeinde zum Zeichen sein, also der Antichrist offenbar(!) werden, wenn die dann schon weg ist?