Autor Thema: Du sollst den Fremdling freundlich behandeln  (Gelesen 7583 mal)

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Bibelfundi

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Du sollst den Fremdling freundlich behandeln
« am: 23.08.2015, 17:46:42 (CEST) »
Aus einer Prophetie:
4. Menschen aus armen Ländern werden nach Europa strömen. (1968 gab es so etwas wie Einwanderung noch nicht. E. Minos). Sie werden auch nach Skandinavien kommen und Norwegen. Es werden so viele sein, dass die Leute negativ über sie denken und sie hart behandeln werden. Sie werden behandelt werden wie die Juden vor dem Kriege. Dann wird das Mass unserer Sünden erreicht sein. (Ich protestierte über die Sache mit der Einwanderung. Ich verstand das zu dem Zeitpunkt nicht. E. Minos). Da strömten Tränen über die Wangen der alten Dame. "Ich kriege das nicht zu sehen, aber du wirst es sehen können." Dann kommt Jesus plötzlich wieder und der 3. Weltkrieg bricht. Es wird ein kurzer Krieg sein. (Sie konnte ihn in ihrer Vision sehen.) Alles, was ich an Krieg vorher gesehen habe, ist das reinste Spiel im Verhältnis zu dem, und er endet mit Atombomben. Die Luft wird so verunreinigt sein, dass man nicht atmen kann. Er wird über mehrere Kontinente kommen: Amerika, Japan, Australien und die reichen Länder. Das Wasser wird verdorben sein. Wir werden den Boden nicht mehr bearbeiten können. Das Resultat wird sein, dass nur ein Rest übrig bleiben wird. Und der Rest aus den reichen Ländern wird versuchen in die armen Länder zu fliehen, aber die werden ebenso hart uns gegenüber sein, wie wir zu ihnen waren. Ich bin so froh, dass ich das nicht mehr zu sehen brauche, aber wenn die Zeit sich naht, musst du Mut fassen und es sagen. Ich habe es von Gott empfangen. Nichts von dem allen ist im Gegensatz zu dem, was die Bibel sagt. Aber derjenige, dem seine Sünde vergeben ist und der Jesus als Herrn und Erlöser hat, ist geborgen."

Quelle:
http://www.forenrunde.de/cgi-bin/forenserver/foren/F_0053/cutecast.pl?session=o3UbS83L1IhrTbypVdcDLNyCsX&forum=21&thread=179

Bibelfundi

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Re: Du sollst den Fremdling freundlich behandeln
« Antwort #1 am: 05.09.2015, 16:32:29 (CEST) »
Man kann es aso machen: (Von einer Helferin mit Erlaubnis.)
Der Muskelkater klingt langsam ab. Arbeiten war heute wie eine Erholung. Ich berichte mal ein wenig:

Ich bin schon seit einiger Zeit in einer Facebook-Gruppe, auf der Hilfsangebote für Flüchtlinge gepostet werden können. Einige Personen waren in der Nacht von Montag auf Dienstag, als die ersten Züge aus Budapest in MUC ankamen, vor Ort am Bahnhof und berichteten wie schwierig die Versorgung war. Die haben alle etwas gekauft und die Läden am Bahnhof um Spenden gebeten. Dies war aber nicht ausreichend. Darum wurde auch auf Facebook-Seite organisiert, dass die bayrischen Radiosender davon berichten. Die Medien waren ja am Di früh eh vor Ort. Da ich eh zwei Tage Urlaub hatte, bin ich auf zum Aldi um Hygieneartikel und Baby-Bedarf einzukaufen. Da direkt eine alte Dame getroffen, die sich mit Süßigkeiten für die Kinder am Bahnhof eingedeckt hat. Gemeinsam sind wir dann zum Bahnhof.
Der Bereich in dem die ankommenden Menschen registriert wurden befindet sich ein einem Seitenbahnhof und war schon großräumig mit Zäunen abgesperrt. Die Polizei hat aber jeden durchgelassen, der Spenden vorbei bringen wollte. Das Bild vor Ort war überwältigend. Waren über Waren wurden aus allen Himmelsrichtungen herbeigeschafft. Und so ging es den ganzen Tag weiter. Während es gegen 10 Uhr so war, dass man die Versorgung mit ein wenig Lebensmitteln und Wasser gewährleisten konnte, war am Nachmittag Aufnahmestopp am Bahnhof. München hat es nicht nur geschafft das gesamte Wasser in der Bahnhofsumgebung leerzukaufen, auch umliegende internationale Läden spendeten viel oder Hotels aus der Umgebung brachten Lebensmittel vorbei. Man hat durch privaten Einsatz innerhalb weniger Stunden so viele Spenden vorbeigeracht, dass schlichtweg kein Platz war. Grossartig. Palettenweise Bananen und Äpfel, Wasser soweit das Auge reicht. Berge an Windeln und Hygieneprodukten. Brot über Brot über noch mehr Brot.

Ich bin dann gleich dageblieben und habe beim Sortieren geholfen. Alles war durcheinander, aber jeder war fröhlich gestimmt und hat angepackt, wo es nur ging. Die Atmosphäre war unglaublich. Sehr viel Presse und Kameras vor Ort, die immer wieder ein Statement wollten. Habe denen klargemacht, dass es hier nicht um mich geht und ich bitte weiterarbeiten will. Dieter Reiter (OB von MUC) natürlich auch da. Viele Interviews gegeben. Auf einmal hieß es ein weiterer Zug kommt. Alle Helfer sollen die Halle räumen. Die Polizei würden die Verteilung übernehmen. Ich habe nochmal mit den Mädels an "meinem" Hygienestand einen Endspurt eingeräumt um Hygiene-Tüten mit Erstbedarf zu packen. Da wir wohl recht koordiniert vorgingen kam eine sehr nette Dame vom Sozialreferat vorbei und fragte ob wir in der Halle bleiben wollen. Die Polizei lässt zu, dass vier Helfer drin bleiben und sowohl die Ausgabe an die Menschen vornimmt, als auch den Nachschub von draußen vor der Halle koordiniert. Wir waren etwas überrascht, weil keine von uns Erfahrung hatte und alle erst 40 Minuten dabei waren und nur was vorbei gebracht hatten. Aber klar. Gerne. Machen wir.

Die Menschen kamen. Am Dienstag alleine waren es 1.500 bis 2.000 Personen. Ohne Ausnahme waren alle sehr, sehr müde. Absolut erschöpft. Die Blicke als sie in die Halle reinkamen und die ganzen Mengen an Spenden sahen, waren staunend und überrascht und ungläubig. Ja. Ungläubig trifft es am besten. Trotz der Übermüdung wandelte sich der Blick in eine Erleichterung und ... Zufriedenheit. Bei den Gruppen, die später ankamen und zu schon wartenden Flüchlingen dazu kamen schneller als bei den ersten. Die erste Gruppe musste wir erst minutenlang überreden doch etwas von uns anzunehmen. Sie trauten sich nicht an die Absperrung kommen und hatten einen Heidenrespekt von der Polizei. In der Halle war der Bereich, wo die Menschen gewartet haben, mit Abgrenzungen abgesperrt. Die hatten, glaube ich, wirklich nur Angst etwas falsches zu machen oder einen falschen Schritt zu machen und wieder zurück zu müssen. Wir mussten uns erst das Vertrauen erkämpfen und vor deren Augen mit der Polizei reden und immer wieder "its okay. its okay" sagen. Jemand hatte einen riesen Bottich Reis mit einer Gemüsesoße gekocht. Das kam super an. Die Menschen waren froh endlich mal keine trockene Nahrung zu bekommen. Ein schüchterner Mann, den ich endlich zu einem Schokoriegel überreden konnte, erzählte mir später, dass er Lehrer gewesen sei in seinem Land und Worte nicht ausdrücken können, wie dankbar er jetzt sei. Dann fragte er wegen einem Foto. Ich dachte, dass ich eines von ihm machen soll. Nein. Wollte er nicht. Ich ganz verwundert. Er erklärte mir, dass er mit mir gemeinsam eines machen möchte um es seiner Familie daheim zu schicken. Ich hatte einen Kloss im Hals.
Ein anderer junger Mann war sichtbar sehr entkräftet und konnte sich kaum auf den Beinen halten. Ich fragte ihn ob er etwas benötigt. Eventuell Medizin oder pain killers. Er erklärte mir, dass es nichts bringe. Sein ganzer Körper würde schmerzen. Er hätte nur noch ein Schmerzgefühl überall. Aber da komme von der Erschöpfung. Er sei seit einem Jahr (!) aus Syrien auf dem Weg nach Deutschland und hätte es endlich geschafft. Er freue sich auf ein Bett, aber sei jetzt sehr zufrieden, weil er komplett satt sei und nichts mehr essen könne.

Ganz toll waren die Kinder. Die aus den Nachmittagszügen hatten noch Energie oder bekamen diese, als man ihnen Spielzeug überreichte. Jemand hatte bunte Mädchenhüte gespendet. Mein Gott, was waren die Mädels glücklich. Ganz stolz präsentierten sie uns Helferinnen ihre Kopfbedeckung und strahlten übers ganze Gesicht. Für ein 7-jähriges Mädchen fand ich ein fast neues Paar Schuhe. Die kleine Shelam. Sie konnte ihr Glück kaum fassen und hat die bis zur Abfahrt mit dem Bus nur noch seelig gegrinst. Je später der Tag wurde, umso müder wurden die Menschen und die Kinder. Manche kippten immer wieder weg auf den Armen der Eltern oder konnten die Augen nicht offen halten.

Bis auf 2 bis 3 Personen waren die Menschen unfassbar höflich zu uns. Haben sich immer bedankt und trotz Müdigkeit immer zurückgelächelt. Insbesondere die Familien waren erschöpft. Es kamen an diesem Tag sehr viele mit ganz kleinen Babys. Ein Vater zeigte mir ganz stolz seine 5-monatige Tochter. So winzig. Mit einer Mutter bin ich losgegangen damit sie sich alles nehmen konnte für ihr Baby. Sie hatte kaum noch was. Sie war so müde, dass sie wie in Trance neben mir ging. Sie fragte bei jedem Utensil, ob sie es nehmen dürfe, obwohl ich jedesmal zusicherte, dass sie bitte das nehmen soll was sie braucht.
Eine Übersetzerin erklärte mir nachher warum eine Frau kein Essen von uns annehmen wollte und immer dankend abgewunken hatte. Sie hätte in den letzten Tagen so wenig gegessen, dass sie jetzt kaum was runterkriege. :(
Ein andere schwangere Frau sass auf einer Bierbank und lächelte ganz freundlich zu mir, wedelte sich aber die ganze Zeit Luft zu. Weil sie nicht gut aussah, fragt ich, ob ich einen Doktor holen soll. Nein, es sei nur so warm. Wir organisierten schnell einen Beutel Eis. Sie bedankte sich ganz lieb, sah aber immer schlechter aus. Ihre Familie schaute besorgt. Ich sagte ihr, dass ich einen Arzt hole. Sie winkte ab, ich solle doch bitte keine Mühe verursachen. Ich habe dies ignoriert. Gut so, sie konnte kaum noch laufen auf dem Weg ins Sanitäterzelt. Lächelte mich aber immer noch die ganze Zeit freundlich an.
Einer Mutter, die nur schnell durch die Halle zum Bus durchgeschleust wurde, drückte ich noch eine Tüte mit Hygiene und Windeln in die Hand. Sie war ganz überrascht. Bis sie im Bus verschwand segnte sie mich, meine ganze Familie und ganz München sowie Deutschland.

Die Polizei vor Ort war von distanziert freundlich bis ganz herzlich (Großteil!). Es gab nur einen der unfreundlich war. Der Rest war super. Und das obwohl sie das schon das ganze Jahr machen. Die Lokalpolitik hat die Halle nur für mediale Zwecke genutzt. Enttäuscht war ich vom Sozialreferat München. Bis auf die freundliche Frau zu Beginn, die noch koordiniert hatte und uns eingeteilt hat für die Halle, waren die Mitarbeiter die dann am Nachmittag und Abend verblieben sehr passiv. Keinen von denen nahm Kontakt zu den Flüchlingen auf. Keiner half uns bei der Verteilung der Lebenmittel oder Getränke oder bei der Versorgung der Kinder. Es hatten sich weitere Helfer in die Halle geschmuggelt. Zu viert hätten wir das sonst nicht gepackt.
Schlimm fand ich besonders, als das Sozialreferat sich mehrere Bierbänke, die eigentlich für die Flüchtlinge bestimmt waren, mit Zetteln "reservierten" und abtrennten. Dann wurde erstmal den ganze Abend gesessen und getrunken und gegessen und sich alles von der Sitzposition angeschaut. (Am Mittwoch waren neue Gesichter von Referat da. Diese haben auch geholfen!! Aber die Dienstagsfraktion war zum schämen). Einige Leute, und es waren sicherlich keine Helfer, haben Selfies und "Erinnerungsbilder" in der Halle gemacht. Es war erbärmlich.

Irgendwann gegen frühen Abend haben uns die Flüchlinge gefragt, ob wir denn auch Einmalhandschuhe für sie hätten, sie würden gerne in ihrem angetrennten Bereich den Müll wegräumen.

Nach 20 Uhr stellen wir fest, dass wir kaum noch Windeln für die Neugeborenen hatten. Es waren einfach zuviele kleine Babys gewesen davor. In Bayern ist da ja Ladenschluß. Alle Läden zu. Ich postete trotzdem auf Facebook, ob jemand vll noch zufällig was daheim hätte und vorbei bringen kann. Eine Stunde später schleppt ein DB Service mitarbeiter zwei von diesen riesigen IKEA Taschen an. Man hätte es für mich vor dem Eingang abgegeben. Beide voll mit Windeln für Neugeborene und Babypflegeprodukten. Ein Mann hatte den einzigen DM, der noch offen gehabt hatte (weil an einem Stadtteilbahnhof gelegen) alle Windeln die dort vorrätig waren aufgekauft und zum Bahnhof transportiert. Da war ich mehrere Minuten sprachlos. Das werde ich wohl mein Leben lang nicht vergessen.

Am Mittwoch entspannte sich die Lage. Keine Züge aus Budapest. Es kam "nur" das normale Kontigent aus Italien etc. an. Weil die Menschen trotz Annahmestopp aber ununterbrochen weiter Dinge zum Bahnhof brachten, organiserte man eine Abholung in die Verteile und Sortierzentren. Ein großer LKW voll mit Klamotten und Hygiene und Babynahrung. Massenhaft davon verblieb noch am Bahnhof und wurde in ein DB Lager gebracht für Nachschub. Man fragte, ob die Tafel etwas holen will, wir hätten Tonnen an Lebensmitteln, teilweise welche, die nicht so lange haltbar waren. Sie freuten sich und sagte natlrich zu. Wir sagten denen, dass es echt viel sei. Kamen "extra" mit so einem Sprinter. Konnten dann ihren Augen nicht trauen, wieviel wir ihnen mitgeben wollten. Der Sprinter war viel klein dafür. Die waren sooooooooo happy. "Soviel Essen. Mein Gott, soviel Essen." Konnten es kaum glauben.
Der Mittwoch wurde dann auch genutzt um eine Strukur reinzubringen.

Weil nur noch eine bestimmte Anzahl an Helfern reingelassen wird, sollten sich die Personen auf FB melden, welche helfen wollen. Nach einigen Stunden kam die Info, dass man schon 400 Freiwillige hätte, man bräuchte keine weiteren Meldungen.
Wahnsinn :)))

Einer der schönsten Nachrichten ist, dass die Annahmestellen der Diakonia, welche eine Kleiderkammer in den Erstaufnahmeeinrichtigungen betreiben und die Menschen dort mit Bekleidung und Hygiene versorgen, gestern gemeldet hat, dass sie auch bis unter die Decke voll seien und man frühestens erst wieder im Oktoeber wenn nicht gar Nov spenden sollte.
Die Münchner hätten innerhalb der zwei Tage soviel gespendet.

Ich bin unglaublich stolz auf meine Stadt.

Offline pray

Re: Du sollst den Fremdling freundlich behandeln
« Antwort #2 am: 12.09.2015, 19:54:02 (CEST) »
Lieber Bibelfundi,

danke für den schönen Bericht - ich habe noch gar keinen Kontakt mit Asylanten hier gehabt. Daher habe ich das gern gelesen.

Weißt du, worüber ich mir manchmal Gedanken mache? Ich verstehe uns Christen nicht, warum wir nicht die Chance nutzen und Evangelien in allen Sprachen verteilen. Ich verstehe mich selber auch nicht, warum ich da so wenig Engagement zu habe. Wie ist das bei dir / euch?

Gestern rief mich dann noch eine andere Christin an, die sagte, dass die Salafisten dagegen die Asylanten direkt ansprechen und vor der westlichen Welt waren und dazu anhalten, hier streng nach dem moslemischen Glauben zu leben.




Offline pray

Re: Du sollst den Fremdling freundlich behandeln
« Antwort #3 am: 22.09.2015, 20:21:16 (CEST) »
Weiß nicht, ob hier  noch wer liest, aber schreibe das trotzdem mal:

Heute hat Gott mir die Antwort gegeben, warum wenigstens ICH nicht Asylanten die Evangelien verteile.

Gott setzt mich meistens dazu ein, in kleinem Stil wirklich schöne Bibeln weiterzugeben. Gott hat mir zudem die Außenseiter, Obdachlosen und Co aufs Herz gelegt....DAS ist meine Aufgabe, die ich gern tue für Ihn.

Heute traf ich beim Einkaufen eine Frau und wir unterhielten uns über Gott und sie sagte, sie engagiere sich bei Asylanten, auch finanziell könnte sie dies in größerem Rahmen tun...kauft für Kinder Sachen oder auch Kinderwagen. Ich habe herausgehört, dass sie wahrscheinlich auch Christ ist....jedenfalls war ihr Sünde und Vergebung ein Begriff....und ihr die Adresse vom EAD (ev Ausländerdienst) gegeben, wo man für jede Sprache eine Bibel oder eine kleine Schrift bestellen kann. Da habe ich gesehen, dass JEDER so seinen Aufgabenbereich hat und mich gefreut, dass SIE das vielleicht übernimmt.

Ich habe heute eine deutsche Bibel und eine italienische Bibel besorgt für 2 Menschen, die Interesse hatten - und will mir dafür dann auch etwas mehr Zeit nehmen. So hat jeder von Gott seinen Job. Vielleicht ist das die Antwort.