Autor Thema: Moabiter und Ammoniter  (Gelesen 8874 mal)

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Offline pray

Moabiter und Ammoniter
« am: 02.01.2011, 22:57:35 (CET) »
Lt. 1. Mose 19,36-38 hatten Lots Töchter Umgang mit ihm und daraus entstanden dann die Moabiter und die Ammoniter.
Waren die Moabiter und die Ammoniter dann gleich oder später Feinde der Israeliten - oder was gibt es über sie Bedeutendes zu wissen?


Offline Ted

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Re: Moabiter und Ammoniter
« Antwort #1 am: 03.01.2011, 20:48:14 (CET) »
Hallo Lux, zunächst einmal willkommen im Forum! Ich hoffe Du wirst auch hier den Segen des Herrn Jesus Christus erfahren und hoffe auch auf einen gesegneten Austausch.

Zum Thema Moabiter/Ammoniter:

Im 5. Buch Mose wird gesagt, dass bei der Landnahme das Volk Israel auf dem Weg nach Kanaan durch das Land der Moabiter ziehen, diese aber nicht bekriegen soll. Gleichzeitig wird aber auch gesagt, dass keine Verbrüderung mit den Ammonitern und Moabitern stattfinden soll (5. Mose 2,8ff; 5. Mose 23,4)

Es war also keine Feinschaft "von Anfang an", Gott wollte diese Völker nicht wie die anderen Völker in Kanaan "in die Hände Israel\'s geben", bzw. vertreiben.

Bei der Landnahme jedoch geschah es, dass Balak, der König der Moabiter Israel feindselig wurde und gegen sie in den Krieg zog und das Volk Israel durch Bileam verfluchen lassen wollte (siehe Josua 24,9)

Diese Feindschaft zog sich durch die weitere Geschichte Israels, z.B. zog auch der König Saul gegen die Moabiter und Ammoniter (-->Lot) sowie die Edomiter (-->Esau) [also ursprüngliche Stammesverwandte seit Abraham] (siehe 1. Samuel 14,47) und später auch David (siehe 2. Samuel 8,2)

In den Büchern Chroniken und Könige wird noch viel berichtet über die Moabiter, die dem Götzendienst verfallen waren und dadurch Gottes Zorn auf sich zogen.

Von den Gerichtsandrohungen Gottes über die Ammoniter und Moabiter (sowie weitere götzendienerische Nachbarvölker Israel\'s) kann man besonders in den Büchern der Propheten Esra und Nehemia nachlesen...

[edit]Nachtrag: grad kommt mir noch in den Kopf, dass Ruth, eine Moabiterin, im Stammbaum Jesu als Frau des Boas zu finden ist (Matthäus 1,5)...[/edit]
« Letzte Änderung: 03.01.2011, 23:09:50 (CET) von Ted@FJR »
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline pray

Re: Moabiter und Ammoniter
« Antwort #2 am: 03.01.2011, 23:37:11 (CET) »
Lieber Ted,

vielen Dank für den Willkommensgruß.

Und danke, dass du dir so viel Mühe gemacht hast, das Wichtigste über die Ammoniter und Moabiter mit samt Bibelstellen rauszusuchen. Damit konnte ich ganz viel anfangen. Esra 9,1 sagt dann zu "guter Letzt", dass sich die Israliten von diesen Völkern abwenden sollten.

Ich habe die Frage gestellt, weil viele Leute, mit denen man über die Bibel spricht, darauf (für sich entschuldigend?) hinweisen, dass die Menschen der Bibel ja auch z.B. auch untreu waren, oder wie im Beispiel von Lots Töchtern sogar Inzucht gemacht haben. Und daher dachte ich, das man diese Einwände ja dann so beantworten kann, dass Gott auf falschen Dingen keinen Segen gibt. So wie es ja dann auch bei den Moabitern und Ammonitern geschehen ist.

Zu dem Namen Moab hatte ich mir übrigens mal vermerkt, dass dieser übersetzt heißt: Vom Vater.

Zu der Zeit Lots gab es ja noch kein mosaisches Gesetz. Aber Gott hat ja auch gesagt, dass die Sünde schon da war, bevor das Gesetz kam. Römer 5,13, da steht es. Die Sünde wurde demnach zwar Lots Töchtern nicht angerechnet, aber die Völker hatten eben keinen Segen. Hoffentlich habe ich es nun richtig verstanden.

PS weil:
Zitat
[edit]Nachtrag: grad kommt mir noch in den Kopf, dass Ruth, eine Moabiterin, im Stammbaum Jesu als Frau des Boas zu finden ist (Matthäus 1,5)...[/edit]

Ja, sowohl Ruth, als ja auch Rahab sind keine Israeliten. Dass beide aber den Glauben an den Gott Israels besaßen ist in der Bibel ja ausführlich berichtet. Aber ich wüsste jetzt gern, was sie im Stammbaum "verloren" haben. Denn eigentlich ist es ja ungewöhnlich. Aber vielleicht soll es schon ein Hinweis darauf sein, dass auch die Heiden einmal dazugehören werden.

« Letzte Änderung: 03.01.2011, 23:50:42 (CET) von pray »

Offline Ted

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Re: Moabiter und Ammoniter
« Antwort #3 am: 04.01.2011, 01:17:21 (CET) »
Hallo Lux,

Zitat
Und daher dachte ich, das man diese Einwände ja dann so beantworten kann, dass Gott auf falschen Dingen keinen Segen gibt. So wie es ja dann auch bei den Moabitern und Ammonitern geschehen ist.
...wie auch bei seinem auserwählten Volk Israel, als das Mass Seines Zorns übervoll war und Er es zur Zeit Jeremias in die babylonische Gefangenschaft gegeben hat - Götzendienst ist Gott ein Greuel!

Aber auch bei erkanntem Görzendienst und Busse darüber [=Umkehr, Abwendung von] will Gott Seine Barmherzigkeit erweisen und vergeben.

Das Buch Jeremia ist sehr hart, doch auch dort lässt Gott immer wieder durchscheinen, dass Er eines Tages einen neuen Bund aufrichten wird, der ewig ist.

Zitat
Zu der Zeit Lots gab es ja noch kein mosaisches Gesetz. Aber Gott hat ja auch gesagt, dass die Sünde schon da war, bevor das Gesetz kam.
Ja, seit Adam und Eva. Durch deren Ungehorsam kam die Sünde in die Welt, und seither ist jeder Mensch von Geburt an in der Sünde gefangen, Sünde bedeutet nämlich "Trennung von Gott".

Paulus gibt im Römerbrief über das Wesen und die Auswirkungen der Sünde bestens Auskunft.

Gott wusste schon immer, dass Menschen Sein Gesetz nicht würden erfüllen können, doch Er musste sie auf den dem menschlichen (gefallenen) Wesen völlig unbegreiflichen Gedanken vorbereiten, dass sie vollkommen auf Seine Gnade angewiesen sind. Daher der "Einschub" des Gesetzes.
Doch weil wir wissen, daß der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht. (Galater 2, 16) - weitere sehr Hinweise dazu in Apg 13, 38; Röm 3,28; Röm 8,3; Heb 7,18; Röm 3,20; Gal 3,11

So eröffnet Paulus im Brief an die Galater, dass Gott schon immer den ewigen Bund in Jesus Christus errichten wollte, und Er den mosaischen Bund ("Das Gesetz") nur dazwischengeschoben hat, um den Menschen ihr unzulängliches Wesen im Hinblick auf Seine guten, gerechten Anforderungen vor Augen zu führen.

Das Gesetz aber ist dazwischen hineingekommen, damit die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade noch viel mächtiger geworden, damit, wie die Sünde geherrscht hat zum Tode, so auch die Gnade herrsche durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesus Christus, unsern Herrn. (Römer 5,20-21)

Das war der Sinn und Zweck des Gesetzes, wie auch im folgenden weiter ausgeführt wird:
Was soll dann das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es von Engeln verordnet durch die Hand eines Mittlers. (Galater 3,19)

Wie? Ist dann das Gesetz gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz. Aber die Schrift hat alles eingeschlossen unter die Sünde, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die glauben. Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. (Galater 3,21-26, Hervohebung von mir. Siehe auch Römer 10,4!)

Zitat
Aber vielleicht soll es schon ein Hinweis darauf sein, dass auch die Heiden einmal dazugehören werden.
Ganz genau! Hier ist es ein versteckter neben vielen offenen Hinweisen in der Bibel. Gott liebt nämlich ALLE Menschen gleichermassen. Wenn Er sich auch zunächst nur seinem auserwählten Volk Israel offenbart hatte, war es doch schon immer Sein Plan, sich ALLEN Menschen zu offenbaren.
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline pray

Re: Moabiter und Ammoniter
« Antwort #4 am: 04.01.2011, 12:49:12 (CET) »
Zitat
wie auch bei seinem auserwählten Volk Israel... Götzendienst ist Gott ein Greuel  

Ja, ich glaube, das ist so ziemlich die schlimmste Sünde, die man begehen kann. Ich habe mal im Buch Jeremia alles unterstrichen, was Gott so zornig gemacht hat. Und es war vor allem der praktizierte Götzendienst und dass die Israeliten Gottes Stimme überhaupt nicht hören und sich bessern wollten.

Zitat
Aber auch bei erkanntem Götzendienst und Busse darüber [=Umkehr, Abwendung von] will Gott Seine Barmherzigkeit erweisen und vergeben.  

Meistens wird Buße so erklärt, aber gehört zu Buße nicht noch ein dritter Punkt?: das Bereuen /  Betroffensein über seine Schuld?
Petrus weinte, als er seine Schuld erkannte. Nun ist nicht jeder so gefühlsbetont, aber nur Umkehr hört sich so kühl an?

Alles, was du über das Gesetz und Gnade geschrieben hast, sehe ich auch so.

Wollte aber eher darauf durch einfache Beispiele darauf hinaus, dass Menschen Gottes Fehler machen, von denen man dann aber nicht sagen darf, das Fehler sein müssen oder so sein dürfen,  nur weil sie in der Bibel nachzulesen sind. Sondern man kann erkennen, dass Gott damit nicht einverstanden war.


Zitat
Zitat
Aber vielleicht soll es schon ein Hinweis darauf sein, dass auch die Heiden einmal dazugehören werden.
Ganz genau! Hier ist es ein versteckter neben vielen offenen Hinweisen in der Bibel.    

Das siehst du auch so? Ich wusste das noch nicht, o.k. , wenn man auf einmal solche Dinge aus der Bibel erarbeitet, freue ich mich riesig, wieder etwas gelernt zu haben. So macht Bibelarbeit Freude!