Autor Thema: Der Alte und der Neue Bund  (Gelesen 3725 mal)

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Der Alte und der Neue Bund
« am: 31.05.2008, 23:55:45 (MEST) »
Was ist mit dem "Neuen Bund" eigentlich gemeint? Was ist der Unterschied zu dem "Alten Bund"?
Diese Frage stellte ein Bruder im Herrn Jesus und er fragte weiterhin:

Zitat
Ist das ein Bund mit der Gemeinde Christi, die Braut des Lammes? Oder betrifft dieser Bund das Haus Israel und Juda?
Beides. Der neue Bund wird, nachdem der Schleier vom Volk Israel genommen wird, auch von diesem Volk des alten Bundes angenommen werden. Jesus kam ja in erster Linie für die Juden.

Doch nachdem die Juden den Messias und damit auch den neuen Bund abgelehnt hatten, blieben sie (vorerst) im alten Bund "stecken". So wurde der neue Bund (=das Evangelium) den alten Verheissungen nach unter den Nationen verkündigt. So kam das Heil zu den Nationen. Zu uns. Nochmal: im Gegensatz zum alten Bund, wo die Erfüllung der Bundesvereinbarung vom Menschen geleistet werden muss (unter Josua vom Volk Israel ausdrücklich bestätigt, siehe u.a. 5. Mose 5,2; auch Josua 1 und Josua 24), ist die Bedingung zur Erfüllung des neuen Bundes vom Grundsatz her bereits gewährleistet, von Gott selbst. Doch dazu unten mehr.

Bei der Verkündigung des alten Bundes durch Mose spricht Gott stets: sage den Kindern Israel,... Das führt zum nächsten Punkt:

Die Frage des Bruders war nun
Zitat
Standen die Nationen je unter einer Bundesbeziehung zu dem HERRN?
Klares Nein. Der alte Bund wurde ausdrücklich mit dem Volk Israel geschlossen. Ein Bund bedarf selbstverständlich der Kenntnis und Zustimmung beider Bündnispartner.
Da nun aber die Heiden (das sind alle anderen Völker / Nationen) keinen Anteil am Bund von Sinai hatten und haben, haben sie schlichtweg auch kein Bündnis mit Gott. Das ist erstmal unerfreulich, da es ja nur von Vorteil sein kann, im Bund mit Gott zu stehen (das haben die Völker bei der "Landnahme" unter Josua zur Genüge erfahren). Es ist aber auch extrem unerfreulich, mit Gott ein Bündnis zu haben, und dessen Verpflichtungen nicht einhalten zu können! Das hat das Bundesvolk von Sinai im Laufe von Jahrtausenden schmerzlichst erfahren müssen.

Dreh- und Angelpunkt des alten Bundes das mosaische Gesetz, zu dessen hundertprozentiger Erfüllung BEIDE Bündnispartner verpflichtet sind.

Paulus sagt über das Gesetz:
Was soll denn das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Same käme, dem die Verheißung geschehen ist, und ist gestellt von den Engeln durch die Hand des Mittlers. (Galater 3,19)

Das ist nun ein klarer Hinweis auf das Gesetz als "Zuchtmeister auf Christus", den Mittler zwischen Gott und den Menschen!

Das "Gesetz" war im Schöpfungsplan Gottes ursprünglich nicht vorgesehen, es wurde aber gewissermassen als Katalysator für Gottes Heilsplan in Christus  "nebeneingeführt"
Das Gesetz aber ist neben eingekommen, auf daß die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig geworden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger geworden, auf daß, gleichwie die Sünde geherrscht hat zum Tode, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch Jesum Christum, unsern HERRN. (Römer 5,20+21)
Durch das Gesetz soll den Menschen ihr Zustand (Sünde, Trennung von Gott) deutlich gemacht werden und sie zum Heiland Jesus Christus treiben. Das ist der Grund. Gott wusste schon vor Anbeginn der Welt was kommen wird: dass die Menschen aus eigener Kraft Seinem Heiligen Wesen niemals entsprechen können werden.

So deutet Gott schon durch die Propheten des Volkes Israel an, dass Er einen neuen, einen ewigen Bund machen wird. Mit dem Volk Israel - und den Nationen. Schon hier wird ersichtlich, dass der Bund vom Sinai nicht der endgültige sein kann, weil er nicht das Ziel Gottes mit uns Menschen erreichen kann, und daher eines Tages ersetzt werden muss, wie später auch im Hebräerbrief erklärt wird. Dazu weiter unten mehr.

Der Bruder stellte weiterhin die Frage:
Zitat
Macht der Herr Jesus überhaupt mit Seiner Versammlung, die Er selber baut und auf Sich selbst baut, einen Bund? Ist das überhaupt dann ein Bund?
Ja, das ist ein Bund. Doch ein Bund, dessen Garant der Herr Jesus Christus ist: ein Bund, der auf dem von Jesus vergossenen Blut beruht. Er stiftet diesen Bund, und er hat Ihn auch erfüllt. Das ist der signifikante Unterschied zum alten (für Menschen verderblichen, weil für sie unerfüllbaren) Bund.

Das ist kein Menschenwerkebund mehr, sondern ein Gottesgnadenbund.

Wie ich weiter oben feststellte, dass BEIDE Bündnispartner verpflichtet sind, die Bündnisforderungen zu erfüllen, so hat Gott das Dilemma für uns Menschen gelöst und beseitigt, indem Er einen Bund gestiftet hat, in welchem Er selbst ALLE Verpflichtungen auf sich genommen und gleichzeitig auch erfüllt hat. Das ist höchst bemerkenswert. Und, wie Paulus sagt, aller Verkündigung wert!
Doch halt! Wirklich ALLE Verpflichtungen? Jein... Es kommen nicht "alle, alle in den Himmel", sondern nur die Bündnispartner, also die, die diesen (Neuen!) Bund annehmen! Das ist das, was von uns Menschen gefordert ist. Gott hat uns beides zur Wahl vorgelegt: den Tod und das Leben. Wir MÜSSEN unsere persönliche Wahl treffen: das Leben in Christus oder den Tod ohne Ihn.

Wichtig hierbei: keine Wahl zu treffen ist gleichzusetzen mit "das Leben NICHT zu wählen"

Eine weitere Frage des Bruders:
Zitat
Oder liegt es doch noch in der Zukunft, wie es der Prophet sagt, oder im Hebräerbrief 8 steht:
In Hebräer 8 wird mit solcher Deutlichkeit ausgedrückt, dass das bereits Realität ist. Daher kann diese letzte Frage eigentlich nur noch als "rhetorisch" aufgefasst werden. Hier wird doch in aller Deutlichkeit erklärt, was der alte Bund ist und warum der neue Bund sein muss und damit der alte Bund überfällig, "überkommen" ist.

  • "überkommen" (veraltet) für die, die unter den menschseitigen Verpflichtungen des alten Bundes stehen: die Juden (deshalb wird das ja auch im Brief an die Hebräer geschrieben). Hier wird der alte Bund ersetzt durch den neuen (vorausgesetzt, der neue Bund wird angenommen!).
  • überhaupt erst einmal ein Bund mit Gott für die, die von dem lebendigen Gott, der sich dem Volk Israel seit Jahrtausenden offenbart hat, noch nie gehört hatten, denen somit auch noch nie ein Bund mit Gott gegeben worden ist: das sind wir, die Heiden aus den Völkern, die Nicht-Juden.
Es sei noch einmal ausdrücklich gesagt: der Neue Bund wird in jedem Fall erst dann wirksam, wenn er von beiden Partnern willentlich angenommen wurde. Gott hat den Menschen die Hand gereicht. Er bedarf, dass die Menschen die ausgestreckte Hand Gottes ergreifen.

Gottes Heil im neuen Bund gilt ALLEN. Da ist nun nicht mehr Grieche, Jude, Mann oder Frau - der Gnadenbund Gottes in Jesus Christus gilt allen Menschen gleichermassen!


Seit fast 2000 Jahren besteht für Menschen aller Nationen, denen das Evangelium verkündigt wurde, die Möglichkeit, diesen neuen Gnadenbund einzugehen.

Und das ist doch unser Auftrag vom Herrn Jesus! Das Heil und die Gnade Gottes durch Seinen Sohn Jesus Christus allen Menschen zu verkündigen, die uns über den Weg geführt respektive denen wir über den Weg geführt werden!

Mögen wir darin nicht müde werden.

Amen!
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)