Autor Thema: Jesus nachfolgen  (Gelesen 2053 mal)

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Offline Ted

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Jesus nachfolgen
« am: 28.12.2008, 15:47:20 (MET) »
Und als er die Volksmenge samt seinen Jüngern herzugerufen hatte, sprach er zu ihnen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf und folge mir nach! (Markus 8,34)

Ein Nachfolger Jesu zu sein kostet etwas. Es gibt Menschen, die haben sich nur äußerlich für Jesus entschieden, ohne sorgfältig zu bedenken, was der Herr Jesus gesagt hat. Vielleicht wurde ihnen niemals gesagt, was echte Nachfolge ist. Nachfolge erfordert eine bewusste, willentliche Entscheidung.

Mehr dazu hier...
Jesus Christus ist der Weg und die Wahrheit und das Leben, es kommt niemand zum Vater ausser durch IHN (siehe Johannesevangelium 14,6)

Offline pray

Re: Jesus nachfolgen
« Antwort #1 am: 04.01.2011, 12:10:16 (MET) »
Das hast du sehr schön unter Pkt. 3 beschrieben, was es heißt, sein Kreuz auf sich zu nehmen. Umgangssprachlich denken nämlich die meisten Leute, dass sie auch mit Jesus ein schweres Kreuz des Leides und der Probleme zu tragen haben.
In Mt. 16,2 heißt es, dass man sein Kreuz in der Nachfolge auf sich nehmen muss und schon einen Vers weiter kommt ja die Begründung, dass es hier nicht um eine unsagbar schwere Last geht, sondern das Eigenleben (mitsamt den dauernden Sünden), das selbstbestimmende und auf sich blickende Ich gekreuzigt werden muss:
Vers 3: Denn....wer sein Leben (eigenbestimmtes Leben) verliert, um meinetwillen, der wird es finden. Finden wird man ein Leben, in dem nichts mehr fehlt, weil wir in Gott alles haben, was wirklich total zufrieden und satt und glücklich macht und zuletzt das ewige Leben.

Galater 6,14 beschreibt es auch noch sehr gut mit den Worten: Die Welt ist mir gekreuzigt und ich der Welt.

Offline Elischa 23

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Re: Jesus nachfolgen
« Antwort #2 am: 30.11.2016, 20:36:59 (MET) »
Das Alte und das Neue Kreuz

Gänzlich unbemerkt ist in unserer modernen Zeit ein neues Kreuz in viele gläubige Kreise eingedrungen. Zwar ähnelt es dem alten Kreuz, nur mit dem Unterschied, dass diese Ähnlichkeit eine imitierte ist, und dass es sich dennoch wesentlich von dem alten unterscheidet.

Von diesem neuen Kreuz ist eine neue Philosophie auf das Christenleben übergesprungen, und diese neue Philosophie brachte eine neue evangelistische Methode mit sich - eine neue Art der Versammlung und des Predigens. Diese neue Verkündigung gebraucht dieselbe Sprache wie die alte, aber ihr Inhalt ist nicht derselbe und der Schwerpunkt ist verschoben worden.

Das alte Kreuz hat nichts mit der Welt zu schaffen. Für Adams stolzes Fleisch bedeutet es den Tod. Durch dieses Kreuz verwirklichte sich der Richterspruch, der über dem auf dem Berge Sinai gegebenen Gesetz lag. Das neue Kreuz steht nicht im Gegensatz zur Welt. Es ist eigentlich ein freundlicher Kumpan und, wenn man recht versteht, die Quelle guter, sauberer Unterhaltungen und unschuldiger Vergnügen. Es lässt den Menschen unbehelligt leben. Seine Lebensmotive sind unverändert geblieben. Er lebt noch immer zu seinem eigenen Vergnü­gen, nur dass er jetzt christliche Lieder singt und sich religiöse Filme ansieht, anstatt anstößige Lieder zu singen oder stark alkoholische Getränke zu sich zu nehmen. Die Betonung liegt noch immer auf Vergnügen, obwohl es nun einen moralisch höheren Stan­dard, wenn nicht gar einen intellektuellen erreicht hat.

Das neue Kreuz bringt eine neue und völlig unterschiedliche Evangelisationsmethode mit sich. Der Evangelist verlangt keine Absage an das alte Leben, bevor ein neues empfangen werden kann. Er predigt nicht die Kontraste, sondern die Ähnlichkeiten. Er versucht, sich dem öffentlichen Interesse anzupassen, indem er zeigt, dass das Christentum keine unangenehmen Forderungen stellt, sondern dasselbe anbietet wie die Welt, nur auf einem höheren Niveau. Das, wonach die sündenverrückte Welt momentan schreit, bietet dieses neue Evangelium, nur mit dem Unterschied, dass das religiöse Produkt besser ist.
Das neue Kreuz zerbricht den Sünder nicht,

es gibt ihm lediglich eine andere Rich­tung. Es treibt ihn dazu, auf eine saubere und fröhlichere Art zu leben und erhält ihm seine Selbstachtung.

    Dem Überheblichen sagt das neue Kreuz: »Komm und setze dich für Christus ein«.
    Dem Egoisten sagt es: »Komm und rühme dich in dem Herrn«.
    Zu dem Enthusiasten sagt es: »Komm und freue dich an der Botschaft der Gläubigen«.

Die christliche Botschaft neigt sich also in die Richtung der gegenwärtigen Mode, um sich der Öffentlichkeit anzupassen.

Der philosophische Beweggrund dieser ganzen Sache mag wohl ein aufrichtiger sein, aber seine Aufrichtigkeit bewahrt ihn nicht davor, falsch zu sein. Er ist falsch, weil er aus der Blindheit heraus geboren wurde. Er schießt vollständig an der Bedeutung des Kreuzes Christi vorbei.
Das alte Kreuz ist ein Symbol des Todes.

Es ist ein Sinnbild für das jähe, schreckliche Ende des Menschen. Der Mann, der zurzeit der römischen Herrschaft sein Kreuz die Straße hinuntertrug, hatte sich bereits von seinen Freunden verabschiedet. Er kam niemals wieder zurück. Er ging nicht hinaus, seinem Leben eine andere Richtung zu geben, sondern es zu beenden. Das Kreuz ging keine Kompromisse ein, milderte nichts, ersparte nichts; es tötete die Menschen ein für allemal. Es versuchte nicht, mit seinem Feind auf gutem Fuß zu leben. Es schlug grausam und hart zu, und wenn es seine Arbeit getan hatte, war der Mann nicht mehr vorhanden.
Der alte Adam ist zum Tode verurteilt.

Da gibt es kein Entrinnen. Gott kann keine Frucht der Sünde gutheißen, wie unschuldig oder sogar schön sie auch in den Augen der Menschen sein mag. Gott zerbricht den Menschen, indem Er das Alte in ihm sterben lässt und ihn dann zu einem neuen Leben emporhebt.

Die Verkündigung, die zwischen dem Weg Gottes und dem der Menschen freundliche Parallelen zieht, ist von der Sicht der Bibel aus gesehen falsch und ein grausames Vergehen an den Herzen derer, die zuhören.

Der Glaube Christi verläuft nicht parallel mit der Welt, sondern durchtrennt sie. Wenn wir zu Christus kommen, bringen wir unser altes Leben nicht auf eine höhere Ebene, sondern lassen es am Kreuz. Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben.

Wir, die wir das Evangelium predigen, müssen uns nicht als öffentliche Vermittler vor­kommen, die gesandt wurden, um zwischen Christus und der Welt ein gutes Einvernehmen herzustellen. Wir dürfen uns nicht ein­bilden, es sei unsere Aufgabe, Christus dem Fortschritt, der öffentlichen Meinung, dem Sport oder der modernen Bildung anzupas­sen. Wir sind keine Diplomaten, sondern Propheten, und unsere Botschaft ist kein Kompromiss, sondern ein Entweder-Oder.

Gott bietet das Leben an, aber kein verbessertes altes Leben. Das Leben, welches Er uns anbietet, ist das Leben aus dem Tode heraus. Es ist immer ein langer Weg bis zum Kreuz. Wer immer dieses Leben haben will, muss sich unter der Zuchtrute Gottes beugen.

Er muss sich selbst ablehnen und dem über ihn gefällten, gerechten Richterspruch Gottes beipflichten.

Was bedeutet das für den einzelnen, für den Verdammten, der in Jesus Christus ein neues Leben finden will? Wie kann diese Theologie in die Praxis umgesetzt werden?
Ganz einfach:

Der Mensch muss bereuen und glauben. Er muss zuerst seine Sünden und dann sich selbst aufgeben. Er darf nichts verdecken, nichts verteidigen, nichts ent­schuldigen. Er darf nicht mit Gott handeln wollen, sondern muss sich unter dem harten Schlag des Missfallens Gottes (gegenüber der Sünde) beugen und erkennen, dass er den Tod verdient hat.

Nachdem er das getan hat, soll er auf den auferstandenen Heiland in kindlichem Ver­trauen aufblicken; von Ihm kommt Leben, Wiedergeburt, Reinigung und Kraft.

Das Kreuz, welches das irdische Leben Jesu be­endet, macht auch mit dem Sünder ein Ende; und die Kraft, die Christus von den Toten auferstehen ließ, erhebt auch ihn zu einem neuen Leben mit Christus.

Jedem, der dies lediglich als eine begrenzte und private Meinung der Wahrheit bezeich­net, möchte ich sagen, dass Gott dieser Botschaft - seit der Zeit des Paulus bis auf den heutigen Tag - Sein Siegel aufgedrückt hat.

Ob sie nun in solch einer exakten Aussage wie hier wiedergegeben wird oder nicht, dies ist der Inhalt aller Verkündigung, die der Welt durch die Zeitalter hindurch Leben und Kraft gebracht hat. Mystiker, Reformatoren und Erweckungsprediger haben dies immer wieder betont, und Zeichen, Wunder und mächtige Taten des Heiligen Geistes zeugen von der Bestätigung Gottes.

Wagen wir es, als die Erben solch eines machtvollen Testamentes an der Wahrheit herumzupfuschen?

Wagen wir es, mit unseren stumpfen Bleistiften die Linien des Planes Gottes zu verwischen oder das uns auf dem Berge Sinai gezeigte Muster zu ändern? Möge Gott das verhüten.

Lasst uns das alte Kreuz predigen,

und wir werden eine neue Kraft erfahren.