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Themen => Konfessionen und Religionen => Thema gestartet von: Ted am 26.12.2008, 15:29:14 (CET)

Titel: Emerging Church
Beitrag von: Ted am 26.12.2008, 15:29:14 (CET)
Aus der modernen „Gemeindewachstumsbewegung“, die vor allem durch „Willow Creek“ und „Leben mit Vision“ bekannt wurde, hat sich eine neue Strömung entwickelt, die besonders jüngere Christen auch im deutschsprachigen Raum anspricht und eine radikale Veränderung bzw. „Neuerfindung“ des christlichen Gemeindelebens anstrebt: die sog. Emerging Church (engl. imördsching tschörtsch ausgesprochen; bedeutet: „die neu aufkommende Kirche“).

Diese Strömung versteht sich als Vorhut der „auftauchenden“ oder „sich neu herausbildenden“ (engl. emerging) Kirche des 21. Jahrhunderts. Sie wird hauptsächlich getragen von jüngeren Leuten Mitte zwanzig bis Anfang vierzig, die zumeist aus einem evangelikal- charismatischen Hintergrund kommen und oftmals intellektuell angehaucht sind. Viele sind Absolventen von theologischen Seminaren und in neuen, der „postmodernen Zeit“ angepaßten Gemeindeaktivitäten engagiert.

Diese neue Bewegung ist sehr vielfältig, schillernd und ohne feste Organisationsformen, und doch hat sie einige Grundmerkmale, die allen oder fast allen Unterströmungen gemeinsam sind. Sie will die herkömmlichen Lehren und Gemeindeformen des 20. Jahrhunderts überwinden, die in ihren Augen zum „Zeitalter der Moderne“ gehören. Sie beansprucht, Kirche für die neue Generation der „postmodernen“ Menschen zu sein, d. h. derjenigen, die die Denk- und Lebensweise der Moderne hinter sich gelassen haben. Sie wollen „eine neue Art von Christsein“ leben, das sich von dem herkömmlichen radikal unterscheidet. Als Ableger der „evangelikalen“ Bewegung strebt sie einen „dritten Weg“ zwischen konservativen Evangelikalen und klassischen Liberalen an.

Die Anhänger der „Emerging Church“ suchen in Abgrenzung zum „modernen“ Christentum nach einer „alten“, „ursprünglichen“, „aufs Wesentliche zurückgeführten“ Spiritualität, aber ohne die Bindung an die Bibel landen sie nur bei Anleihen an die katholische heidnische Falschreligion oder an die heidnische Spiritualität des New Age.

Die postmodernen „Jesus-Nachfolger“ reden noch von „Glauben“, von „Leidenschaft für Jesus“, von Opfer und brennendem Einsatz für „das Evangelium“ – aber sie haben die Grundlage des echten, biblischen Christentums bewußt verlassen, sie haben dem ein für allemal den Heiligen überlieferten Glauben (Jud 3) abgesagt. Sie basteln sich einen falschen „Jesus“ aus den Evangelien zurecht, verwerfen aber das Wort des erhöhten Herrn in der Lehre der Apostel.

Ihre Abneigung gegen jede Art von Lehre überdeckt die Tatsache, daß sie die gesunde Lehre und das wahre apostolische Evangelium verlassen haben. Die „mutigeren“ unter ihnen haben bereits die Lehre des stellvertretenden Sühnopfers Jesu Christi, des erlösenden Blutes, der realen Hölle und ewigen Verdammnis für alle Ungläubigen offen verworfen; andere, wie McManus, die noch unter konservativen Evangelikalen wirken wollen, begnügen sich mit in Frage stellenden Bemerkungen. Weit verbreitet ist die Irrlehre, daß auch Angehörige anderer Religionen ohne Glauben an Jesus Christus gerettet werden könnten (so hat es neuerdings auch Billy Graham geäußert). Manche Sprecher der „Emerging Church“, wie z. B. Brian McLaren, halten verschiedene Wege zu Gott für legitim.

Eine Gemeinsamkeit der „Emerging- Church“-Leute besteht darin, daß sie eine konsequente Anpassung an die Kultur und Denkweise ihrer postmodernen Zielgruppe für wichtig halten. Das bedeutet Übernahme der weltlichen, gottlosen Pop- und Rockkultur, Einsatz von Videos, Tanz, Theater, moderner Kunst … Sie sind stark auf „Erfahrung“ und „Erlebnis“ ausgerichtet und meinen, Fernstehende vor allem durch das Erlebnis „authentischer Gemeinschaft“ erreichen zu können.

Sie sind meist stark mystisch orientiert, d. h. sie suchen eine heidnisch geprägte religiöse Erfahrung der „Gegenwart Gottes“, die u. a. in Meditation und Stille erfahrbar sei. Sie greift in ihrer Praxis viele verführerische katholische Praktiken auf, so z. B. die Benutzung von Weihrauch, Kerzen und Bildern in den „Gottesdiensten“, bis hin zur Meditation und „Anbetung“ vor Ikonen. Es ist durchaus folgerichtig, daß diese Strömung offen ökumenisch ist und die Vermischung verschiedener christlicher und teilweise auch nichtchristlicher religiöser Ansätze befürwortet.

Weiterlesen... (http://www.Jesusruf.de/!pubs/Emerging%20Church_Rudolf%20Ebertshaeuser.htm)

Quelle: A.R.F Zeitjournal 03/2008